Sammelkunst: Schätze auf der Fensterbank
Private Altäre Die Ordnung der kleinen Dinge
Vielleicht geht es nur darum, dass der Blick hin und wieder auf etwas Angenehmes fällt. Vielleicht steckt aber auch noch etwas anderes hinter dem Bedürfnis vieler Menschen, Nippes zu Hause so zu arrangieren, dass die Zusammenstellung etwas Feierliches bekommt.
Auf der Fensterbank oder in einem Regalfach stehen da etwa zwei Playmobil-Ziegen Maul an Maul, als ob sich küssten, daneben liegen ein bemalter Stein, zwei Muscheln, ein kleiner Buddha und zwei handgetöpferte Espressotassen. Dahinter lehnt ein Bild mit neonfarbenen Planeten und Sternbildern.
Derartige Alltagsgegenstände verbinden sich mit persönlichen Bedeutungszuschreibungen zu privaten Installationen, die von ihren Besitzern instand gehalten und manchmal gar verehrt werden. Sie erzählen eine Geschichte. Erinnern den Besitzer an Fixpunkte, die ihm wirklich wichtig sind.
Sammelkunst: Schätze auf der Fensterbank
Für den kleinen Bildband "Altar" hat die Fotografin Rosa Schamal diese Privataltäre mit ihrer mal banaler, mal berührender Wirkung festgehalten. "Nichts hat so direkt mit meinem Leben zu tun, als dieses Zugefallene, Gefundene, Auserwählte", zitiert Rosa Schamal eine 35-Jährige über ihr Nippes-Sammelsurium.
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17.10.2026 12.26 Uhr
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Manchmal sind es Sammlungen von gleichförmigen Objekten, die Schamal fotografiert hat - Heiligenbildchen, Krokodilfiguren oder Blockflöten, manchmal völlig disparate Dinge, die von ihrer Beziehung zu ihrem Besitzer sprechen. Andere Fotos zeigen Einzelstücke, so arrangiert, dass sie wie rituelle Gegenstände erscheinen. Alle gemeinsam scheinen von der Sehnsucht zu erzählen, dem eigenen Leben etwas Bedeutsames abzugewinnen.
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