Rassismus-Debatte Streit um das N-Wort
Los Angeles - Wenn es nach dem Willen von Reverend Jesse Jackson geht, soll es in Zukunft keine rassistischen Beleidigungen in Film, Fernsehen und Musik mehr geben. "Wir wollen unseren Vorfahren ein Weihnachtsgeschenk machen", sagte der schwarze Bürgerrechtler laut BBC News. Dafür wolle er sich mit den entsprechenden Verantwortlichen in der Entertainment-Branche treffen. Ob Jackson auch die HipHop-Musikindustrie bekehren will, ließ er offen. Wenn ja, dürfte er viel Arbeit vor sich haben - schließlich sind HipHop-Texte traditionell gespickt mit Schimpfworten aller Art.
Auslöser der "N-Wort-Debatte", also des Streits um das das Schimpfwort "Nigger", ist der amerikanische Schauspieler Michael Richards. Der Darsteller des exzentrischen Nachbarn in der Comedy-Serie "Seinfeld" geriet durch einen rüden rassistische Ausfall vor knapp zwei Wochen in die Schlagzeilen.
Während eines Auftritts im Comedy-Club "Laugh Factory" in Hollywood erboste er sich über zwei Zwischenrufer, die ihm lautstark mitteilten, er sei nicht witzig. Richards rastete aus und beschimpfte die beiden afroamerikanischen Männer von der Bühne herunter als "Nigger". Ein Video der Szene kursierte kurz danach im Internet.
Mittlerweile hat Michael Richards laut BBC einen PR-Experten mit gutem Draht zur afroamerikanischen Bevölkerung engagiert. Außerdem ist er auf Entschuldigungs-Tour. Zuerst tat er in David Lettermans "Late Show" Buße. Dann bat er in Jesse Jacksons Radioshow "Keep Hope Alive" um Verzeihung: Sein rassistischer Sprachgebrauch sei durch Demütigung hervorgerufen worden. Der PR-Experte verkündete, Richards habe eine Therapie begonnen, um seine Wutausbrüche besser in den Griff zu bekommen.
Wie der US-Fernsehsender CNN meldete, schlug der Besitzer der "Laugh Factory", Jaime Masada, vor, Richards solle mindestens 500.000 Dollar für wohltätige Zwecke spenden - jedes Mal, wenn er das N-Wort sage.
ner