Rechte-Scheck für Superman verkauft - DER SPIEGEL
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Rechte-Scheck für 160.000 Dollar verkauft: Der Scheck, der Superman kaufte

Foto: HANDOUT / Reuters

"Superman"-Rechte 160.000 Dollar für den Superscheck

Es ist der "heilige Gral" für Comicfans: 1938 verkauften die "Superman"-Erfinder die Rechte an ihrer Figur - für einen Scheck über 130 Dollar. Dieser wurde nun für 160.000 Dollar an einen anonymen Bieter versteigert. Der Verkauf ist eine weitere Demütigung für die Erben der Erfinder.
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Hamburg/New York - Er ist der Vater aller Superhelden. Seine Geschichte begleitete die Kindheit von Millionen Menschen und machte so eine kleine Comicfirma zu einem Millionenunternehmen - "Superman" schuf einen ganzen Superhelden-Mythos . Im Jahre 1938 verkauften die Comiczeichner Jerome Siegel und Joe Shuster aus Cleveland die Idee für einen Comic-Charakter und erhielten dafür 130 US-Dollar. Über 70 Jahre später ist die Figur der wohl berühmteste Superheld der Welt - und allein der Scheck, den Siegel und Shuster erhielten, 160.000 Dollar wert. So viel zahlte am Montag ein Unbekannter in einer Online-Auktion  für das geschichtsträchtige Stück Papier.

Die Besitzer des Schecks beauftragten für die Online-Auktion das Comicaktionshaus ComicConnect aus New York. Vincent Zurzolo, Teilhaber der Firma, bezeichnet den Scheck als den "heiligen Gral" für Comicfans und Sammler. "Das Konzept des Superhelden wurde mit Superman geboren. Dieser 130 Dollar-Scheck hat im Prinzip eine milliardenschwere Industrie geschaffen."

Die Erben der beiden Erfinder Siegel und Shuster werden angesichts dieser stattlichen Summe und des Millionenimperiums, das ihre Vorfahren mit ihrer Idee schufen, wenig erfreut sein. Die damals etwa 20-jährigen Urheber boten ihre Superhelden-Figur verschiedenen Firmen an, bis sie schließlich mit "Detective Comics", heute bekannt als DC Comics, in Verbindung traten und ihnen sämtliche Rechte an ihrer Erfindung abtraten.

"Superman"-Erfinder als Postbote

Die Firma stellte Shuster und Siegel einen Scheck über insgesamt 412 Dollar aus - und mischte die Summe für den "Superman"-Kauf von 130 Dollar unter alte, ausstehende Rechnungen. Vielleicht in der Hoffnung, dass es Siegel und Shuster nicht auffiel. Zu allem Überfluss wurden die Namen der beiden Urheber auf dem Scheck falsch geschrieben - er musste in beiden Schreibweisen unterschrieben werden. Ein kluger Schachzug von DC Comics, denn die falsche Schreibweise hätte nach dem Verkauf für Shuster und Siegel ein juristisches Schlupfloch sein können.

Sowohl die Urheber als auch ihre Erben verklagten und verklagen noch heute DC Comics und fordern die Rechte an der Figur zurück. Bislang wurden alle Forderungen abgelehnt, Shuster und Siegel selbst sind Mitte der Neunziger gestorben. Nach Angaben von Comic Connect war Shuster bei Veröffentlichung des ersten "Superman"-Films so pleite, dass er trotz seines bereits hohen Alters als Postbote arbeiten musste. Bis zu ihrem Tod waren jene 130 Dollar alles, was sie finanziell für die Erfindung von "Superman" erhielten. Erst im Dezember 2011 holte die Erben der Erfinder das ewige Familiendrama wieder ein, als eine Erstausgabe des Comics für 2,16 Millionen Dollar verkauft wurde.

Einem Mitarbeiter von DC Comics ist die Comicbranche besonders dankbar. In einem Prozess um die Rechte, den Shuster und Siegel 1970 anstrebten, wurde das 160.000 Dollar-Dokument als Beweis verwendet. Nach dem erfolgreichen Urteil zugunsten DC Comics wurde ein Mitarbeiter der Comicfirma damit beauftragt, alle Prozesspapiere wegzuwerfen. Der junge Angestellte erkannte sofort die mögliche Relevanz des Schecks und verwahrte ihn Jahrzehnte lang in einer Kommode auf - bis ihn seine Erben im Jahre 2012 versteigern ließen und einen unbekannten Sammler sehr glücklich machten.

tre/Reuters