Reinhold Würth nennt Kulturschutz-Vorhaben "kleinkariert" - DER SPIEGEL
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Ausstellung der Sammlung Würth: Ein kleine Auswahl mit Hockney und Holbein

Foto: Gregor Fischer/ picture alliance / dpa

Unternehmer und Sammler Reinhold Würth Monika Grütters' Kulturschutz ist "kleinkariert"

Die Kulturstaatsministerin will mit einer Gesetzesnovelle den Verkauf von Werken ins Ausland erschweren. Besser wäre eine europäische Lösung, findet der Schrauben-Milliardär und Kunstsammler Reinhold Würth im Gespräch mit dem SPIEGEL.
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Deutschlands wichtigster Kunstsammler, der Unternehmer Reinhold Würth, kritisiert im Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und nennt ihre Versuche, die Ausfuhr von Kunst in den übrigen europäischen Wirtschaftsraum zu erschweren, "kleinkariert". (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Grütters arbeitet an einer Novellierung des Gesetzes zum Schutz von Kulturgut. Würth entgegnet der Ministerin, man sollte versuchen, statt eines neuen deutschen ein gemeinsames europäisches Gesetz auf den Weg zu bringen: "Warum stärkt man in diesem Bereich nicht den europäischen Gedanken?"

Man könne dann geschlossen auftreten und besser mit außereuropäischen Aufkäufern von hiesigen Kunstschätzen umgehen. Denn es könne in der Tat nicht sein, "dass Institutionen wie das Getty Museum in Kalifornien das ganze deutsche Kulturgut wegkaufen".

Vermerk auf der Kulturgutliste eine "Teilenteignung"

Durch die geplante Novelle kommt auf Kunsteigentümer künftig nicht nur mehr Genehmigungsaufwand zu, wenn sie Werke ins Ausland schicken, es werden auch mehr Objekte als bisher auf einer Liste national wertvollen Kulturgutes eingetragen werden - sie dürften dann überhaupt nicht ins Ausland verkauft werden.

Den Ärger vieler anderer Sammler und Händler über die damit verbundene Wertminderung könne er verstehen, sagt der Kunstliebhaber Würth. Er habe in der Kulturstiftung der Länder darauf hingewiesen, dass es "einer Teilenteignung gleichkomme, wenn zu viele Werke auf der Kulturgutliste landen". Auch der Wert seiner eigenen Kunstbestände würde um einen zweistelligen Millionenbetrag fallen.

Würth besitzt knapp 17.000 Kunstwerke, eine Auswahl stellt er vom 11. September an im Martin-Gropius-Bau in Berlin aus. Bisher sind fünf Werke aus seiner Sammlung auf der Schutzliste vermerkt, darunter die legendäre "Schutzmantelmadonna" des deutschen Renaissancemalers Hans Holbein des Jüngeren, die zugleich das teuerste je in Deutschland gehandelte Gemälde ist.