"Sakrileg"-Prozess: Was wusste Dan Browns Ehefrau? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"Sakrileg"-Prozess Was wusste Dan Browns Ehefrau?

Finale im Plagiatsprozess gegen Dan Brown: Im Schlussplädoyer haben die Anwälte der klagenden Schriftsteller die Zeugenaussagen des "Sakrileg"-Autors angezweifelt. Viel wichtiger scheint ihnen jedoch die Rolle von Browns Ehefrau Blythe zu sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London – Jonathan Rayner James forderte das Gericht heute dazu auf, die Zeugenaussagen Dan Browns "mit tiefem Argwohn" zur Kenntnis zu nehmen. Zusätzlich zeigte sich der Anwalt der Sachbuchautoren Michael Baigent und Richard Leigh darüber verwundert, dass Browns Ehefrau Blythe Brown nicht im Zeugenstand verhört wurde, obwohl sie einen Großteil der Informationen für den Bestseller "Sakrileg" recherchiert hatte.

Die Aussagen von Browns Frau wären von "fundamentaler Wichtigkeit" für den Prozess gewesen, so Rayner James. Weil seine Frau die Grundlagen für sein Buch zur Verfügung gestellt hatte, habe Brown möglicherweise unabsichtlich die Ideen aus dem 1982 erschienenen Sachbuch "Der heilige Gral und seine Erben" übernommen, so der Anwalt.

Die Autoren Michael Baigent und Richard Leigh werfen Brown vor, sein Werk "Sakrileg" überwiegend aus ihrem Buch abgekupfert zu haben. Die Verteidigung führte jedoch an , dass Brown für seine Recherchen über 38 weitere Bücher, sowie hunderte von Dokumenten verwendet hätte. Außerdem seien Ideen über das Leben von Jesus Christus so allgemein, dass sie nicht gesetzlich geschützt werden könnten. In beiden Büchern geht es um die Theorie, dass Jesus Christus Maria Magdalena heiratete und mit ihr ein Kind bekam, so dass eine Blutlinie entstand, die sich über die Jahrhunderte verfolgen lässt.

Gut drei Wochen lang wurde in London im sogenannten "Sakrileg"-Prozess verhandelt, ein Urteil wird allerdings erst in einigen Wochen erwartet.

jdl/AP

Verwandte Artikel