Schwabinger Kunstschatz - DER SPIEGEL
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Schwabinger Kunstschatz Gurlitt erwägt Rückgabe einzelner Bilder

Bislang weigerte sich Cornelius Gurlitt, Bilder aus seinem Besitz abzugeben. Jetzt kommt Bewegung in den Fall. Nach Aussagen seines Anwalts schließt der Münchner Kunstsammler nicht mehr aus, sich freiwillig von einzelnen Werken zu trennen.
Namensschild von Cornelius Gurlitt: Bewegung in Sachen Kunstschatz
Namensschild von Cornelius Gurlitt: Bewegung in Sachen Kunstschatz

Namensschild von Cornelius Gurlitt: Bewegung in Sachen Kunstschatz

Foto: ? Dominic Ebenbichler / Reuters/ REUTERS
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Berlin - Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt soll die Rückgabe einzelner Bilder aus seiner Sammlung in Erwägung ziehen, behauptet sein Münchner Anwalt Hannes Hartung. "Er ist gewillt, sich die Raubkunst-Klagen genau anzuschauen und faire und gerechte Lösungen auszuhandeln", sagte Hartung der Nachrichtenagentur dpa. In einem Interview mit dem SPIEGEL im November vergangenen Jahres hatte Gurlitt betont: "Freiwillig gebe ich nichts zurück."

In den vergangenen Wochen gab es Gespräche zwischen der Leiterin der Taskforce "Schwabinger Kunstfund", Ingeborg Berggreen-Merkel, und den drei Rechtsanwälten von Gurlitt. Die Anwälte hatten zunächst gefordert, die bei Gurlitt beschlagnahmten Bilder nicht mehr im Internet zur Schau zu stellen. Berggreen-Merkel hatte zuvor in einem über einstündigen Gespräch mit Gurlitt versucht, diesem die Notwendigkeit einer Einigung mit der ermittelnden Staatsanwaltschaft klarzumachen.

Die ehemalige Spitzenbeamtin will Gurlitt dabei zur Abgabe von Bildern bewegen, um Irritationen in Israel, den USA, Frankreich und Großbritannien entgegenzuwirken. Politiker und Journalisten hatten sich in diesen Ländern darüber empört, dass Raubkunst in Deutschland nicht per Gesetz den Erben der einstigen, meist jüdischen Besitzer zurückgegeben wird. Inzwischen habe die Taskforce ihm eine Aufstellung mit Werken zukommen lassen, zu denen es Anfragen von Erben gebe, sagte Hartung. "Es sind aber nur wenige Anfragen mit konkreten Forderungen, die echte Raubkunst beinhalten."

Derzeit gibt es außerdem mit der Staatsanwaltschaft Augsburg Verhandlungen über die Rückgabe von Bildern, die Gurlitt zweifelsfrei gehören. "Die Übergabe regeln wir derzeit. Man muss die Bilder schließlich an einen zugänglichen und zugleich sicheren Ort bringen, man kann ihm die Sammlung nicht einfach vor die Tür stellen."

Nach Angaben der Taskforce sind bisher 458 Objekte als mögliche NS-Raubkunst identifiziert worden. Ihre Wege sollen die 13 Mitglieder der Taskforce, die endlich feststehen und auch öffentlich benannt wurden, schnellstmöglichst aufklären. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass dies bei allen dieser Werke bis Ende des Jahres gelingen kann.