Schwarze Models: Was ist schön? - DER SPIEGEL
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Schwarze Models Was ist schön?

Wer als Mannequin Karriere auf dem Laufstegen der Welt machen will, muss groß und dünn sein. In Afrika gelten jedoch vor allem rundliche Frauen als schön.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bisher sind es nur wenige Top-Mannequins aus Afrika, die - wie David Bowies aus Somalia stammende Ehefrau Iman - international für Furore sorgten. Das soll nun bald anders werden, hoffen die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs "Face of Africa", der an diesem Samstag in Südafrika stattfindet. Insgesamt werden 24 Konkurrentinnen aus allen Teilen des Kontinents um den Titel kämpfen. Der Siegerin winkt ein 200.000-Dollar-Vertrag bei einer großen Model-Agentur in New York.

Lia Berhane aus Eritrea ist eine der Kandidatinnen. Mit ihren streng zur Seite gekämmten, kurz geschnittenen Haaren wirkt sie wie eine Schwester von Top-Model Naomi Campbell. Doch die junge Frau mit dem leicht dunklen Teint kämpft damit auf unsicherem Terrain. Denn dunkelhäutige, gertenschlanke Top-Models entsprechen nicht unbedingt dem dortigen Schönheitsideal.

Was in der westlichen Welt beliebt ist, provoziert auf dem afrikanischen Kontinent oft beißende Kommentare. Die Leser einer südafrikanischen Zeitung ließen an Naomi Campbell - Britin mit jamaikanischen Vorfahren - kaum ein gutes Haar. Ein afrikanisches Schönheitsideal sei sie jedenfalls nicht, lautete der Tenor. Volkes Stimme wünscht sich eine schwarze Venus eher fülliger: In vielen afrikanischen Ländern gilt Beleibtheit als Zeichen für Wohlstand.

Auch Ghanaerin Ama Abrafi kann sich deshalb nicht sicher sein, den Sieg beim seit 1997 durchgeführten Schönheits-Wettbewerb davonzutragen. Für den afrikanischen Geschmack ist sie zu hoch gewachsen. Und viel zu dünn.