Sensationeller Fund Michelangelo im Hinterzimmer
"Normalerweise passiert doch so etwas nur in Kinderbüchern", sagte der erstaunte Paul Thompson, Direktor des Smithsonian's Cooper-Hewitt Design Museum in Manhattan, New York, gegenüber der BBC. Das Archiv seines Museums barg 60 Jahre lang eine Zeichnung von Michelangelo - ohne dass es jemand ahnte.
Timothy Clifford, Direktor der schottischen Nationalgalerie, entdeckte das wertvolle Stück, während er bei einer privaten Forschungsreise die Bestände New Yorker Museen durchstöberte. "Man erkennt einen Michelangelo wie man einen Freund erkennt", meinte der Kunstexperte. Die knapp 500 Jahre alte Zeichnung des italienischen Renaissance-Künstlers war 1942 von dem Museum für 60 Dollar ersteigert worden und dann in Vergessenheit geraten.
Nach Meinung des Fachmanns zeigt das Bild eine Menora, einen siebenarmigen jüdischen Kerzenständer. "Eine neue Zeichnung von Michelangelo zu finden ist schon sehr spannend, aber von ihm eine Zeichnung von einer Menora zu finden, noch dazu in New York, ist wirklich unglaublich", stellte Clifford fest. Die Echtheit des 43 mal 25 Zentimeter großen, nicht signierten Kunstwerks haben mittlerweile mehrere Kunstexperten bestätigt. Der Wert der Zeichnung wird auf zehn bis zwölf Millionen Dollar geschätzt. "So etwas passiert in der Geschichte eines Museums nur ein einziges Mal", freute sich Museumsdirektor Thompson gegenüber der BBC.