Spanien: Dramatiker Buero gestorben - DER SPIEGEL
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Spanien Dramatiker Buero gestorben

Der spanische Dramatiker Antonio Buero Vallejo ist im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er galt als einer der führenden Theaterschriftsteller der Nachkriegszeit und entschiedener Gegner der Diktatur von Francisco Franco.
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Madrid - Der Träger des Cervantes-Preises und zahlloser anderer Literaturauszeichnungen galt als der wichtigste Repräsentant des sozialen Realismus im spanischen Theater. Als junger Mann schloss er sich der Kommunistischen Partei an und kämpfte im Bürgerkrieg (1936- 1939) auf Seiten der Republikaner. 1939 wurde er im Schnellverfahren wegen "Teilnahme an der Rebellion" zum Tode verurteilt, später aber zu lebenslanger Haft "begnadigt". Er verbrachte sieben Jahre in den Kerkern des Franco-Staates. Sein Erfolg in den fünfziger und sechziger Jahren war umso erstaunlicher, als Buero Vallejo zu den entschiedensten Gegnern des Franco-Regimes (1939-1975) gehört hatte.

Nach seiner Freilassung begab er sich auf eine schwierige Gratwanderung zwischen Selbstzensur und offener Konfrontation mit den Zensurbehörden. Er schrieb Werke, in denen er so weit wie möglich an seinen Überzeugungen festhielt und die Zensur mit Hilfe von Metaphern überlistete. Fast alle seine Stücke gelangten zur Aufführung, wenn auch zuweilen nach längerem Kampf mit den Zensoren.

Seine Stücke lebten von der ständigen Konfrontation des Autors mit der Diktatur. "Historia de una Escalera" (1949/Geschichte einer Treppe), eines der wichtigsten zeitgenössischen Theaterstücke Spaniens, handelt von einem Arbeiter und einem Angestellten, die beim Kampf um ihr Lebensglück an der Starrheit des Regimes scheitern. Das Drama "En la ardiente oscuridad" (Brennende Finsternis) war Bueros erstes Stück, das auch in Deutschland aufgeführt wurde.

Mit dem Ende der Diktatur 1975 ging dem Autor sein wichtigstes "Thema" verloren. Die neueren Stücke zeigten nicht mehr die Frische und Originalität der frühen Werke. "Das große Theater Bueros ist untrennbar mit jenen finsteren Zeiten verbunden, gegen die der Autor so unermüdlich angekämpft hatte", schreibt "El Pais".