Spitzengespräch ARD und ZDF wollen Programme besser abstimmen
Hamburg - Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs der beiden Senderchefs, das am Donnerstag in der BR-Zentrale in München stattfand. Auch die vielfach kritisierten Simultanübertragungen von Adelshochzeiten und anderen Großereignissen sollen künftig zwischen ARD und ZDF koordiniert werden. "Wir werden uns künftig bei Großereignissen besser miteinander abstimmen, weniger Programmüberlappungen haben und komplementär statt konfrontativ programmieren", sagte ZDF-Intendant Schächter dem SPIEGEL. Auch in den wichtigen medienpolitischen Fragen sei man weitgehend einer Meinung. Zudem wolle man sich künftig in kürzeren Intervallen treffen. Wenn man mit der ARD auf diese Art größere Übereinstimmungen erziele, so Schächter, dann seien "auch die 'Tagesthemen' um 22.15 Uhr kein Kriegsgrund mehr".
Schächter und Gruber haben derweil ihre Programmdirektoren Thomas Bellut (ZDF)
und Günter Struve (ARD) damit beauftragt, die Tradition der Programmkoordinationstreffen
zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten wieder aufzunehmen.
Das erste Treffen von Bellut und Struve soll bereits an diesem Montag in
Frankfurt stattfinden und sich mit den Plänen für ein neues ARD-Info-Programmschema
beschäftigen.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Chef der Rundfunkkommission
der Länder, mahnte unterdessen die Intendanten, diesen Ankündigungen
auch Taten folgen zu lassen. ARD und ZDF hätten sich "hochgeschaukelt und verrannt".
Bei den angekündigten Konkurrenzprogrammen der gebührenfinanzierten
Öffentlich-Rechtlichen komme "das Interesse der Zuschauer unter die Räder", so
Beck. "Dafür haben die Menschen kein Verständnis."