Stasi-Vorwürfe: ORB-Chefredakteur Boßdorf entlastet - DER SPIEGEL
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Stasi-Vorwürfe ORB-Chefredakteur Boßdorf entlastet

Dem Aufstieg des bisherigen ORB-Chefredakteurs Hagen Boßdorf in der Hierarchie der ARD steht nichts mehr im Wege. Eine Prüfungskommission legte fest, dass dem Journalisten eine frühere Tätigkeit als Stasi-Mitarbeiter nicht unterstellt werden könne.
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Bremen/Potsdam - Hagen Boßdorf wird also wie geplant zum 1. April die Sportkoordination der ARD in München übernehmen können. "Es gibt keinen Grund, gegen ihn etwas zu unternehmen", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen am Dienstag nach einer Sitzung der Intendanten des Senderverbunds in Bremen. Am Montag war in Potsdam eine dreiköpfige Prüfkommission des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg zum Ergebnis gekommen, dass Boßdorf keine aktive IM-Tätigkeit unterstellt werden könne. Deshalb stehe auch seiner weiteren Beschäftigung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nichts entgegen.

Boßdorf hatte vor einer Woche zurückgewiesen, von November 1988 an als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) unter dem Decknamen "Florian Werfer" für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Er ließ bis zur Klärung des Falles seine Aufgaben ruhen. Die dem ORB von der Birthler-Behörde übermittelten Unterlagen hätten keine maßgeblich neuen Erkenntnisse über das bisher veröffentlichte Material hinaus ergeben, teilte der ORB am Montagabend weiter mit. Die Stasi habe zwar augenscheinlich ein Interesse an Boßdorf gehabt. Doch habe der 36-jährige Journalist der Kommission glaubhaft darlegen können, dass er nicht als IM tätig gewesen sei.