Steinbrücks Talkshow-Rückzug: Schluss mit Will und Co.! - DER SPIEGEL
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Steinbrücks Talkshow-Rückzug Schluss mit Will und Co.!

Hellsichtige Einsicht eines Politikers: "Von den Zuschauern werden wir alle gleich als Verrückte angesehen." Mit diesen Worten kündigte Bundesfinanzminister Steinbrück seinen Rückzug aus den Polit-Talks der Fernsehrepublik an.
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Berlin/Hamburg - Schwer zu sagen, was diese Ankündigung in den Redaktionen deutscher TV-Talkshows auslösen wird. Wird man bei "Anne Will" erleichtert aufatmen? Werden Maybrit Illners Redakteure verzweifeln? Man weiß es nicht. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) jedenfalls kündigte heute wortstark an, dass er künftig Fernseh-Talkshows weitgehend meiden will.

Einen allzu großen Verlust dürften die Polit-Talks dadurch allerdings nicht erleiden - zumindest quantitativ. Er sei im vergangenen Jahr nur in zwei solchen Sendungen aufgetreten und werde dies weiter reduzieren, sagte Steinbrück am Mittwoch in einer Diskussion mit Studenten der Berliner Humboldt-Universität.

Um seine Popularität sorgt sich Steinbrück wegen seines Quasi-Boykotts nicht. Es sei "alles Quatsch", dass die Talkshows wegen ihrer hohen Einschaltquote für Politiker nützlich seien. "Von den Zuschauern werden wir alle gleich als Verrückte angesehen", ist Steinbrück überzeugt.

Auch in einem anderen Punkt zeigte sich der Minister einsichtig: Der SPD-Vize kritisierte die zunehmenden Internet- Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Anstalten - die hätten mit deren Auftrag nichts zu tun.

Deshalb sei es falsch, die Gebührenzahler dafür heranzuziehen. Die öffentlichen Sender sollten sich vielmehr wieder stärker auf die Qualität ihrer Programme konzentrieren - denn dort gebe es genug zu tun.

Offen ließ Steinbrück allerdings, ob er nach einer solchen Qualitätsoffensive auf den Bildschirm zurückzukehren gedenkt.

tdo/dpa