"Sturmflut"-Quote Spülend zum Erfolg
Katastrophen und Medien - eine beständige und lukrative Verbindung. Das gilt für reale Desaster wie Tsunami-Wellen ebenso wie für fiktive Untergangsszenarien. Bestes Beispiel: Die Quoten des Zweiteilers "Die Sturmflut", der am vergangenen Wochenende RTL mit Rekordzahlen überschwemmte. 11,59 Millionen Zuschauer verfolgten nach Senderangaben den ersten Teil des Fernsehdramas über die Hamburger Flutkatastrophe vom 17. Februar 1962.
Vor allem die Hamburger tauchten ab in die historisch nicht immer ganz korrekte Katastrophen-Mär: In der Hansestadt sahen 340.000 Zuschauer Nadja Uhl, Benno Fürmann und Jan Josef Liefers beim Leiden und Lieben zu (Marktanteil: 40,7 Prozent). Im Saarland hatte das Hochwasser-Drama seinen Quoten-Tiefpunkt: Dort betrug der Marktanteil nur 19,1 Prozent.
Bundesweit gesehen hat das acht Millionen Euro teure TV-Spektakel Oberwasser, wenn nicht dramaturgisch, so doch die Quote betreffend: Bei einem bundesweiten Marktanteil von 38,9 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sahen die Zahlen bei der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz vergleichsweise bescheiden aus.
Das Erste setzte auf "Tatort" Kommissarin Maria Furtwängler in "Märchenwald" (6,86 Millionen Zuschauer; 17,8 Prozent); das ZDF schickte im Rahmen der Olympia-Berichterstattung Zweierbobs und Eishockeyspieler ins Rennen (10,15 Millionen Zuschauer, 29,9 Prozent).
RTL weiß, was es an der Katastrophe hat: Filmchefin Barbara Thielen kündigte heute "weitere Event-Zweiteiler mit ähnlichem Budget und mit vergleichbarer Qualität" an. Jetzt darf sich allerdings erst einmal das ZDF auf eine Quotensanierung via Zerstörung freuen: Im März zeigt man den für zehn Millionen Euro produzierten Zweiteiler "Dresden" über die Bombardierung der sächsischen Metropole im Zweiten Weltkrieg.
dan/dpa