Talkshow-Aus WDR stellt "Dellings Woche" ein
Köln - "Es ist sein persönlicher Blick auf die Woche" - so vollmundig kündigt der WDR auf seiner Homepage die Politik- und Gesellschafts-Talkshow "Dellings Woche" an. Dieser persönliche Blick ist ab dem 17. Dezember allerdings nicht mehr gewünscht. Dann nämlich läuft die letzte Sendung des gelernten Sportjournalisten Gerhard Delling, wie eine Sprecherin des Senders am Dienstag in Köln mitteilte.
Die Begründung: Zwar habe die Akzeptanz der Talkshow in den vergangenen Monaten zugenommen. Dafür sei aber gegen die harte Konkurrenz am Mittwochabend mit vielen Live-Fußballspielen ein überdurchschnittlicher Aufwand für diese 90-Minuten-Produktion nötig.
Der WDR und Delling hätten sich gemeinsam auf das Ende der Sendung verständigt, über eine weitere Zusammenarbeit wolle man im Gespräch bleiben.
Delling hatte vor eineinhalb Jahren den Sendeplatz am Mittwochabend von seinem Kollegen Frank Plasberg geerbt, der mit "Hart aber fair" ins Erste gewechselt war.
Bekanntgeworden ist der Sportfachmann Delling als Moderator der Vor- und Nachberichte bei Fußballländerspielen im Ersten. Zusammen mit Günter Netzer wurde er für seine unterhaltsamen Kommentare und fachlichen Analysen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Außerdem ist Delling einer von drei Moderatoren der ARD-"Sportschau".
"Dellings Woche" war auch der Versuch, ein wenig Abstand vom Sport zu bekommen. In seiner Sendung ging es ihm um Politik und Gesellschaft und "um die Menschen hinter den Schlagzeilen", wie es auf der WDR-Internet-Seite heißt. Er talke nicht, er rede mit den Gästen.
Damit ist jetzt Schluss. Ab Januar wird der WDR statt der 90-minütigen Delling-Show zwei 45-minütige Formate ausstrahlen: das "NRW Duell" und die Sendung "Das bewegt NRW".
chc/ddp