Tanz-Legende: Gregory Hines ist tot - DER SPIEGEL
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Tanz-Legende Gregory Hines ist tot

Der amerikanische Stepptänzer und Schauspieler Gregory Hines erlag am Samstag im Alter von 57 Jahren einem Krebsleiden. Tony-Preisträger Hines, der mit Filmen wie „Cotton Club“ und „Die Nacht der Entscheidung“ berühmt wurde, stand bereits im Alter von sechs Jahren erstmals auf einer Bühne.
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New York - "Ich kann nicht leben, ohne zu tanzen", hat Gregory Hines einmal gesagt. Hines galt als der beste Stepptänzer seiner Generation, immer wieder wurde der aus einem Arme-Leute-Viertel in New York stammende Afroamerikaner mit dem unvergessenen Fred Astaire verglichen.

So sehr Hines das Tanzen liebte, so sehr engagierte er sich dafür, die Freude daran auch anderen Menschen vermitteln zu können. So begründete er 1988 einen "Nationalen Stepptanz-Tag", der mittlerweile in über 40 Städten in den USA und acht weiteren Ländern gefeiert wird. "Auch nach Jahrzehnten", sagte er kürzlich in einem Interview, "war das Tanzen für mich etwas Wunderbares, es gab immer wieder neue Schritte und Kombinationen zu entdecken."

Hines Karriere umfasst ganze fünf Jahrzehnte. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte Hines erste professionelle Auftritte - damals zeigte er seine Künste allerdings noch auf den Straßen von Harlem, um sich ein paar Cents zu verdienen. Hines war gerade mal sechs Jahre alt, als er dann tatsächlich auf einer Bühne stand. Im berühmten Apollo Theater an der 125. Straße tanzte er zusammen mit seinem älteren Bruder Maurice - begleitet wurden sie unter anderem von Vater Maurice Senior an den Drums einer Swingband.

Der damals überaus populäre Stepptanz, erkannte die Mutter der Hines-Brüder, war für die beiden "die Chance, sich aus dem Getto heraus zu tanzen", wie Gregory später berichtete. "Mit dem Steppen bin ich aufgewachsen, ich habe es gelernt zusammen mit dem Gehen und Sprechen."

Nach den Erfolgen am Apollo wollte Hines Ende der sechziger Jahre Rockmusik tanzen und hoffte, mit eigenen Songs Karriere zu machen. Es kam zum Zerwürfnis mit Maurice. Doch einige Zeit später fanden die Brüder wieder zusammen und eroberten den Broadway. Zusammen standen sie in zahlreichen Tanzshows auf der Bühne, ehe sie von Regisseur Francis Ford Coppola 1984 für "Cotton Club" engagiert wurden. Der Film um Leidenschaften, Mafia-Verbrechen und Musik rings um den berühmtesten Jazzclub im Harlem machte Hines berühmt und brachte ihm eine ganze Reihe weiterer Hollywood-Engagements. Seinen ersten Filmauftritt hatte Hines allerdings bereits 1981, als römischer Sklave in dem Streifen "Mel Brooks verrückte Geschichte der Welt".

Zu seinen größeren Rollen gehörte - neben dem Part in "Cotton Club" - die eines amerikanischen Tänzers an der Seite des russischen Ballett-Stars Mikhael Baryshnikov in "White Nights - Die Nacht der Entscheidung" (1985). In der Kriminalkomödie "Diese zwei sind nicht zu fassen" war Hines 1986 mit Billy Crystal als Polizist mit unkonventionellen Fahndungsmethoden zu erleben.

Seine Art zu tanzen war instinktiv, kam tief aus der Seele und dem Herzen", sagte die Schauspielerin Bernadette Peters, die 2002 zusammen mit Hines die Vergabe der Tony Awards für Bestleistungen am Broadway moderierte. Genau zehn Jahre zuvor war der Stepp-Star für seine Rolle in dem Musical "Jelly's Last Jam" selbst mit dem begehrtesten aller amerikanischen Theaterpreise geehrt worden.