Wichtiger Museumsverband Maria Balshaw wird Direktorin der Tate-Museen
Maria Balshaw
Foto: Tate PhotographyMaria Balshaw wird neue Direktorin der vier britischen Tate-Galerien. Das teilten die Museen am Dienstag mit. Die 46-Jährige leitete bisher die Whitworth-Galerie an der Universität Manchester, die Manchester-City-Galerien und war Direktorin für Kultur im Stadtrat Manchesters. Balshaw ist die erste Frau an der Spitze der Tate, Großbritanniens wichtigstem Museumsnetzwerk, zu dem mit der Tate Modern das weltweit meistbesuchte Museum für moderne Kunst zählt.
Balshaw begann ihre Karriere an den Universitäten Northampton und Birmingham, wo sie Vorlesungen im Fach Kulturwissenschaften hielt. Nach Stationen bei anderen Kulturinstitutionen wurde Balshaw 2006 Direktorin der Whitworth-Galerien. Sie sorgte dafür, dass dort unter anderem Kunst aus West- und Südafrika ausgestellt wurde. Ein Fokus lag auf der Arbeit von Künstlerinnen. Maria Balshaw leitete auch die umfassende, 15 Millionen Pfund teure Sanierung des 1889 gegründeten Museums, das in der Folge als Museum des Jahres ausgezeichnet wurde. 2015 wurde Balshaw mit dem CBE-Orden für ihre Verdienste um die Künste ausgezeichnet.
Balshaw löst den bisherigen Direktor Nicholas Serota ab, der die Tate seit 1988 leitete. Er war eine zentrale Figur bei der Entwicklung der Tate Modern, die im Mai 2000 in London eröffnete und sich schnell zum Publikumsmagneten entwickelte. Nach dem Rücktritt von Chris Dercon, der im Sommer die Intendanz der Berliner Volksbühne übernehmen wird, leitet mit Frances Morris zum ersten Mal eine Frau die Tate Modern.
Das Tate-Netzwerk umfasst neben der Tate Modern, die internationale moderne Kunst zeigt, die Tate Britain, die britische Kunst von 1500 bis zur Gegenwart zeigt. Beide Museen sind in London angesiedelt, darüber hinaus verfügt die Tate über zwei Ableger: Die Tate Liverpool stellt ausgewählte Werke der Tate-Sammlung und zeitgenössische Kunst aus. Die Tate St.Ives, das kleinste Museum im Verband, bietet eine Einführung in die moderne Kunst.