Theater: Nenas Bammel vor der Buhlschaft - DER SPIEGEL
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Theater Nenas Bammel vor der Buhlschaft

Ein paar zaghafte Male hat sich die Pop-Sängerin Nena schon an die Schauspielerei gewagt, doch das ist alles schon lange her und brachte ihr auch nicht gerade Kritikerruhm ein. Statt im Film versucht sich der NDW-Star diesmal auf der Bühne.
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In den achtziger Jahren spielte sie im überdrehten Gute-Laune-Kinofilm "Gib Gas ­ ich will Spaß" (1983) und versuchte sich im Fernsehen ("Der Fahnder", 1987). Nun macht sie Ernst und begibt sich auf die Theaterbühne. Von Dienstag dieser Woche an ist sie Open-Air im Zürcher Rieterpark als Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" zu sehen.

Noch hat Nena, 42, nach eigenem Bekenntnis "richtig Bammel" vor der eigenen Courage und berichtet, dass sie nachts vor Aufregung nicht schlafe. Hofmannsthals Sprache kommt ihr "total übertrieben" vor ­ doch es hilft nichts: nun gilt es, den gewohnt schnoddrigen Gören-Slang zu zähmen und Knittelverse zu deklamieren. Wozu die ganze Plackerei? Sie sei überredet worden, in dem Stück zu spielen, beteuert Nena, die renommierte Schauspielerin Maria Becker, Regisseurin des "Jedermann", habe sie regelrecht "verführt".

Becker ist Nenas ehemalige Schwiegermutter, die beiden verstehen sich gut, entsprechend leicht hatte es die Regisseurin mit dem Verführen. Auch sonst ist der Zürcher "Jedermann" weitgehend ein Familienunternehmen: Nenas Ex-Mann und Beckers Sohn, Benedict Freitag, spielt den Titelhelden in Hofmannsthals "Spiel vom Sterben des reichen Mannes", Nenas Tochter wirkt in der Tischgesellschaft mit, und ihr Sohn spricht die Eröffnungsworte. Die lauten: "Nun habet alle Achtung, Leut!"