Tim Gaedke mit "Punch Drunk" im Comic-Adventskalender 2012 - DER SPIEGEL
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Comic-Adventskalender: "Punch Drunk"

Foto: Tim Gaedke

Comic-Adventskalender Zombies bekämpfen? Besser als Kekse backen!

Weihnachten kommt der Weltuntergang! Oder doch nicht? Laut Maya-Kalender naht am 21.12. das Ende unseres Planeten. Wir sind aber optimistisch und veröffentlichen bis zum 24. Dezember täglich einen Advents-Comic. Einige der besten deutschen Zeichner sind dabei. Diesmal: Tim Gaedke.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Punch drunk" - das ist im Englischen der umgangssprachliche Ausdruck für Boxerdemenz, jene Krankheit der Hirnzersetzung, die vor allem langjährige Faustkämpfer betrifft. Und es bezeichnet eine Form der Benebeltheit, eine Art negativen Rausch.

Beide Bedeutungen passen zum Erstling "Punch Drunk" von Tim Gaedke. Eine Geschichte, die mit der Benommenheit von Liebeskummer beginnt und mit einer Partyschlägerei endet. Und zwischendurch, aufgebaut nach dem "Rashomon"-Prinzip, aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wie es dazu kam.

Für die Erzählung gilt also, dass der Weg das Ziel ist. Das stimmt für die Figuren nicht. Gaedke erzählt von Berliner Hipstern, immer auf Pille, mit Umhängetasche und pseudolustigem Shirt, die sich zielloser durch die Tage hangeln, als irgendein Slacker in den Neunzigern das je gekonnt hätte.

Seine drei Hauptfiguren sind nicht sympathisch. Sie sind so blass, dass jede Art von Mitgefühl für sie schwer fällt. "Punch Drunk" ist ein überhaupt nicht melancholischer, knapp gefasster und hochkonzentrierter Abgesang auf die einst gelobte Verschwendung der Jugend. In der Ziellosigkeit der Figuren zerbröselt ihre Freundschaft. Am Schluss bleibt das Schweigen.

Dass er auch anders kann - nämlich deutlich drastischer - belegt sein Adventskalender-Beitrag, den er exklusiv für SPIEGEL ONLINE gezeichnet hat.

Website: www.doppeltim.de