Tolkien-Ausstellung in London Andrang auf Mittelerde
London - Die Produktion der drei Filme dauerte gut 18 Monate, rund 15.000 Statisten waren am Set, allein für die Dekoration eines angemessen kleinen Hobbit-Dorfes wurden 5000 Kubikmeter Pflanzen gezüchtet. Neuseeland, Heimatland des "Herr der Ringe"-Regisseurs Peter Jackson, richtete zum Drehstart des gigantischen Kino-Unternehmens sogar ein eigenes Ministerium für das Projekt ein. Die begeisterte Megalomanie der Filmemacher war von Erfolg gekrönt: Allein die ersten beiden Teile der cineastischen Tolkien-Trilogie zogen jeweils binnen weniger Wochen weltweit Millionen Zuschauer in ihren Bann.
"Herr der Ringe"-Ausstellung in London: Hobbits, Orks und Elfen begeistern tausende von Fans
Seit Dienstag soll nun eine opulente Ausstellung der Requisiten, Kostüme und Charaktere aus den Filmen im Londoner Science Museum Ähnliches schaffen. Museums-Direktor Jon Tucker sagt von seiner Schau, sie "könnte der vierte Teil der Trilogie sein - eine Vervollständigung". In einer Welt voll sprechender Bäume und Original-Orks, die im Stadteil Kensington eingerichtet wurde, können Fans der Tolkien-Saga aus Mittelerde noch bis zum 11. Januar rund 654 Artefakte bewundern.
Einblicke in die digitale Produktion
Ein Kleid von Galadriel aus rund zwölf Metern Stoff findet sich ebenso unter den Exponaten wie Ork-Masken, Uruk-Hai-Rüstungen, Furcht einflößende Waffen und natürlich der Original-Ring des dunklen Herrschers Sauron. Auf interaktiven Monitoren werden dazu die Kulturen und Rassen von Mittelerde erklärt. In gefilmten Interviews geben die Filmemacher außerdem Einblick in die technischen Tricks der digitalen Produktion, insbesondere die eigens für die Filme entworfene Software "Massive", mit der die großen Schlachtszenen animiert wurden."Die Leute können ihre Lieblings-Charaktere im Detail sehen", schwärmt Museumsdirektor Tucker.
Die Ausstellung kam aus dem Te Papa Tongarewa National Museum in Wellington nach London und wurde in Neuseeland mit finanzieller Unterstützung der Regierung für mehr als eine Million Euro zusammengestellt. Weitere Stationen sind Singapur, Boston und Sydney. Die Veranstalter erwarten rund 260.000 Zuschauer in London. Einen Rekord hat das Museum jetzt schon zu feiern. Im Vorfeld waren rund 17.000 Tickets bestellt worden - mehr als je zuvor im Londoner Science Museum.
Das alles soll natürlich vor allem Hunger auf mehr machen, denn der dritte und letzte Teil der Kino-Reihe, "Die Rückkehr des Königs", kommt erst im Dezember in die Kinos.
Martin Dommer