Top 100 der Kunst: Deutsche, wohin man blickt - DER SPIEGEL
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Top 100 der Kunst Deutsche, wohin man blickt

Überraschung bei der jährlichen "Top 100"-Liste des Kunst-Magazins "Monopol": Das Who is Who der internationalen Kunstwelt wird zunehmend von deutschen Sammlern, Direktoren und Galeristen bestimmt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Gleich 53 der 100 Kandidaten, die von der Redaktion des Berliner Kunstmagazins "Monopol" sowie von namhaften Kunstkritikern deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften nominiert wurden, stammen aus Deutschland. Dazu zählen unter anderem der Berliner Galerist Gerd Harry Lybke, der Kurator am New Yorker "Museum of Modern Art", Klaus Biesenbach, die Sammler Ingvield Goetz und Harald Falckenberg sowie Nicolaus Schafhausen, Kurator des nächsten deutschen Biennale-Pavillons in Venedig. Mit der Familie König, der Familie Grässlin und den Wella-Erben haben auch drei der weltweit wichtigsten "Clans" der Kunstwelt einen deutschen Hintergrund.

In der Kritikerumfrage werden auch zehn "Aufstiegskandidaten" genannt, von denen in der Kunstwelt in den kommenden Jahren mutmaßlich noch zu hören sein wird. Den Sprung in diese Kategorie schafften zum Beispiel die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins, Chus Martinez, und die Leiterin des Bremer Künstlerhauses, Susanne Pfeffer, die, so die Bewertung des Magazins, "neue, zeitgenössische Positionen aufspürt, die noch nicht etabliert sind, aber eine ganz eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelt haben". Außerdem  auf der Watchlist: Der Direktor des Kunstvereins München, Stefan Kalmár ("kühles und diskursives Programm"), und  Bernhard Schwenk von der Münchner Pinakothek der Moderne ("Kein anderes großes deutsches Haus hat seine Sammlung so verjüngt wie die Pinakothek").

Zu den wichtigsten Entwicklungshelfern der zeitgenössischen Kunst werden unter anderem die Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers, die Direktorin der Kunsthalle Zürich, Beatrix Ruf, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Christoph Pleister, der Direktor der Frankfurter Städelschule, Daniel Birnbaum, und der Frankfurter Revolver-Verlag gezählt.

Das von Florian Illies herausgegebene Magazin  präsentiert in seinem Top-100-Ranking erstmals auch eine Liste mit zehn Enttäuschungen, darunter Peter-Klaus Schuster, Direktor der Berliner Museen, dem vorgeworfen wird, der zeitgenössischen Kunst in Berlin "die Luft abzudrücken", und die prominente Sammlerin Gloria von Thurn und Taxis für ihren "Räumungsverkauf" aktueller Kunst in Schloss Emmeran. Die Fernsehsender SWR und 3sat schafften es mit dem Magazin "Bilderstreit" in die Rubrik. Das TV-Magazin zähle "zum Absurdesten, was das deutsche Kulturfernsehen zu bieten hat", meinte die "Monopol"-Jury.

bor