TV-Produktwerbung Verboten und doch erlaubt
Hamburg - Die Produktplatzierung im Fernsehen würde EU-weit künftig eigentlich verboten, zugleich gibt es zahlreiche Ausnahmen wie Serien oder Spielfilme, in denen die Platzierung national doch erlaubt werden kann, hieß es nach dem heutigen Beschluss der EU-Kulturminister. Vertreter von Bund und Ländern kündigten an, Deutschland werde diese Ausnahmen wohl voll nutzen, um Wettbewerbsnachteile für die deutsche Film- und Fernsehwirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern zu verhindern. Ob die Regeln so in Kraft treten können ist noch offen, weil auch das EU-Parlament zustimmen muss.
Prominentes Beispiel für Produktplatzierung sind James-Bond-Filme. Der britische Geheimagent hat in mindestens drei Filmen einen BMW gesteuert, obwohl er im Buch einen Bentley fährt. Im Bond-Film "Die Another Day" ("Stirb an einem anderen Tag") brachten 20 Firmen ihre Produkte unter und bezahlten dafür 70 Millionen Dollar.
Die Produktplatzierung ist in Deutschland wegen der Empörung über frühere Schleichwerbung in der ARD-Serie "Marienhof" ein sensibles Thema. Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der bayerische Staatskanzleichef Eberhard Sinner als Vertreter von Bund und Ländern sagten, Deutschland könne mit der Regelung gut leben.
Die Grundsatzeinigung sieht vor, dass die bezahlte Produktplatzierung nur in Kinofilmen, Fernsehfilmen und -serien, in Sportprogrammen und leichten Unterhaltungssendungen national erlaubt werden darf. Sie wäre damit in Nachrichten oder Verbrauchersendungen verboten. Ausnahmen wären zudem zulässig, wenn Produkte - etwa das Auto eines TV-Kommissars - kostenlos gestellt werden. Für Kindersendungen werden Produktplatzierungen vollständig verboten.
Auch soll die redaktionelle Unabhängigkeit gesichert bleiben. Dies war eine der deutschen Hauptsorgen. Neumann hatte gewarnt, der eherne Grundsatz einer Trennung von Werbung und Programm sei gefährdet. Verboten soll auch, ein Produkt "zu stark heraus" zu stellen. Auch sollen Fernsehsender auf die Sponsoren vor und nach dem Programm hinweisen müssen.
Prominentes Beispiel für Produktplatzierung sind James-Bond-Filme. Der britische Geheimagent hat in mindestens drei Filmen einen BMW gesteuert, obwohl er im Buch einen Bentley fährt. Im Bond-Film "Die Another Day" ("Stirb an einem anderen Tag") brachten 20 Firmen ihre Produkte unter und bezahlten dafür 70 Millionen Dollar.
bri/Reuters