TV-Quoten Einbußen für Anne Will
Hamburg - 3,26 Millionen Zuschauer sahen gestern die "Anne Will"-Talkshow. Bei Wills Debüt eine Woche zuvor waren es noch 5,04 Millionen. Der Marktanteil sank damit deutlich von 18,2 auf nur noch 12,0 Prozent, das Format lag unter den Werten, die Programmdirektor Struve vor dem Start ausgegeben hatte.
Besonders niedrig lag die Quote bei den jüngeren Zuschauern. Gerade einmal 0,55 Millionen der 14- bis 49-Jährigen interessierten sich für die Gespräche zum Thema "Deutschland vor dem Anschlag? Das Kalkül mit der Angst" - ein Marktanteil von nur 4,6 Prozent.
Zu Gast im Studio waren unter anderem die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor, der in der Diskussion die radikalste Meinung vertritt.
"Wir leben alle im Kriegszustand, es herrscht Krieg - ein Weltkrieg. Der Krieg gegen Weltterrorismus ist ein Weltkrieg", sagte Primor. "Wir sind nicht im Kriegszustand", sagte hingegen Innenminister Schäuble. Zudem habe er seine umstrittene Äußerung, es sei nur eine Frage der Zeit, bis es einen Anschlag mit einer schmutzigen Bombe auf deutschem Boden gebe, so nie von sich gegeben.
Das DDR-Drama "Prager Botschaft", das RTL am Sonntagabend ausstrahlte, lag gemessen an der Zuschauerresonanz ebenfalls deutlich unter den Erwartungen. 3,53 Millionen Menschen (Marktanteil: 10,8 Prozent) schalteten nach RTL-Angaben den Film ein, der die Ereignisse im Herbst 1989 in der bundesdeutschen Botschaft in der damaligen CSSR erzählte. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer betrug der Marktanteil 14,7 Prozent.
Der Kölner Privatsender reagierte auf die Quote enttäuscht. "Wir sind nicht zufrieden und werden uns genau anschauen, warum wir nicht mehr Zuschauer mit dem Film erreichen konnten", sagte RTL- Fictionchefin Barbara Thielen. Mit dem ebenfalls eigenproduzierten Zweiteiler "Tarragona" hatte RTL noch vor zwei Wochen ebenfalls am Sonntagabend mehr als fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme gelockt.
Den Münchner ARD-"Tatort", Titel "A gmahde Wiesn", schalteten 6,61 Millionen Zuschauer ein, 5,94 Millionen sahen das ZDF-Melodram "Der Mann meiner Träume", 3,84 Millionen die Sat.1- Krimiserie "Navy CIS", 2,58 Millionen den ProSieben- Historienfilm "Alexander" und 1,72 Millionen (5,5 Prozent) die Vox- Reihe "Das perfekte Promi Dinner".
ssu/dpa