Unesco-Welterbe: "Wir freuen uns riesig" - DER SPIEGEL
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Unesco-Welterbe "Wir freuen uns riesig"

Die Hansestädte Wismar und Stralsund sowie das Mittelrheingebiet zwischen Koblenz und Bingen wurden von der Unesco zum Welterbe erklärt. Die betroffenen Regionen erhoffen sich von der Aufnahme in die Liste einen wachsenden Touristenstrom.
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Die Ostsee-Städte Stralsund und Wismar in Mecklenburg-Vorpommern wurden in die Liste der Unesco-Denkmäler aufgenommen, weil sie idealtypisch florierende Hansestädte des Mittelalters repräsentierten, hieß es in der Begründung der Kulturorganisation der Vereinten Nationen. Die Zugehörigkeit zum einstigen Hansebund (1161-1669) und der daraus resultierende Reichtum präge noch heute das Stadtbild. Die Stadtkerne hätten ihren mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert bewahrt.

"Wir freuen uns riesig", kommentierte der Stralsunder Oberbürgermeister Harald Lastovka die Entscheidung. "Nun können wir die Früchte unserer jahrelangen Arbeit ernten." Der mecklenburgische Ministerpräsident Harald Ringstorff sagte, nun werde die Ostseeküste noch attraktiver für Touristen und Einheimische.

Rathaus und Nikolaikirche am Alten Markt in Stralsund. Im 13. Jahrhundert als "Kophus" - Kaufhaus - errichtet, wurde es in den folgenden Jahrzehenten zum Rathaus der Hansestadt und im 14. Jahrhundert mit einer repräsentativen Schauwand ausgestattet, die mit ihren Wappen von Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald an die Zeit der mächtigen Hanse erinnert.

Rathaus und Nikolaikirche am Alten Markt in Stralsund. Im 13. Jahrhundert als "Kophus" - Kaufhaus - errichtet, wurde es in den folgenden Jahrzehenten zum Rathaus der Hansestadt und im 14. Jahrhundert mit einer repräsentativen Schauwand ausgestattet, die mit ihren Wappen von Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald an die Zeit der mächtigen Hanse erinnert.

Foto: DPA
Die Burg "Pfalzgrafenstein" bei Kaub wurde 1327 erbaut und diente als Zollstation.

Die Burg "Pfalzgrafenstein" bei Kaub wurde 1327 erbaut und diente als Zollstation.

Foto: DDP
Wein, Wiesen und Wälder bestimmen das Landschaftsbild des Kaiserstuhls

Wein, Wiesen und Wälder bestimmen das Landschaftsbild des Kaiserstuhls

Foto: GMS
Blick auf den Stralsunder Marktplatz

Blick auf den Stralsunder Marktplatz

Foto: DDP
Hansestadt Wismar: Sanierte Hansehäuser in der Krämerstraþe

Hansestadt Wismar: Sanierte Hansehäuser in der Krämerstraþe

Foto: DPA
Gasthaus "Alter Schwede" am Alten Markt in Wismar

Gasthaus "Alter Schwede" am Alten Markt in Wismar

Foto: AP

Viele Menschen würden jetzt erkennen, dass der Nordwesten mehr biete als Strände und Seen, sagte auch Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Helmut Holter (PDS). Vor allem Bildungstouristen würden jetzt nach Stralsund und Wismar gelockt, meinte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow.





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Das Mittelrheintal würdigte das Welterbe-Komitee der Unesco als "eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit" und als "Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft".

Das beliebte Ausflugsziel zwischen Bingen und Koblenz ist 65 Kilometer lang. Haupt-Touristenattraktion ist der Loreley-Felsen. Der Sage nach betörte die wunderschöne Loreley mit ihrem Gesang die Fischer, deren Boote dann an dem Felsen zerschellten.

Der Loreley-Felsen und die Rheinromantik haben auch viele Dichter, Maler und Musiker inspiriert. Rund 40 mittelalterliche Burgen reihen sich neben mittelalterlichen Städtchen und steilen Weinbergen wie an einer Perlenschnur aneinander. Am bekanntesten sind Schloss Stolzenfels, die Festung Ehrenbreitstein und die Marksburg.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte am Freitag, der Erfolg stelle an das Land neue Herausforderungen und gebe neue Perspektiven. Vor allem die Erholungsqualität für die Touristen müsse verbessert werden.

Als Chance für Tourismus und Weinwirtschaft sieht auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) die Entscheidung. Aus den 65 Kilometern entlang des Rheins in Rheinland-Pfalz und Hessen dürfe dabei aber kein Freiluftmuseum werden.

Mit einem gigantischen Open-Air-Konzert, das ins Guinness-Buch der Rekorde kommen soll, wollen am Sonntag Tausende Bewohner des Mittelrheintals die Entscheidung des Unesco-Komitees feiern.

Neben Stralsund, Wismar und dem Mittelrheintal mit seinen Burgen und Schlössern hat die Unesco in dieser Woche noch sieben weitere Weltkultur-Denkmäler in die Welterbe-Liste aufgenommen. Dazu zählen das Katharinenkloster in Ägypten, das Minarett von Jam in Afghanistan und die historische Altstadt von Paramaribo in Surinam, dem früheren Niederländisch-Guayana.