Verstehen Sie Haas? Alles abgeschrieben - bei mir!
Da hat Eva Herman dieses großartige Buch geschrieben, mit dem ich und meinesgleichen sich total identifizieren können. Wo alles drinsteht, wie es laufen muss zwischen Mann und Frau beziehungsweise, wo die Frau hinlaufen muss (in die Küche, Bier holen), damit die Gesellschaft nicht zusammenklappt. Und nun kommt Elfie Horak und sagt in "Bild": Die Herman hat bei mir abgeschrieben.
Dachte ich mir: Jetzt melde ich mich mal zwecks Ehrenrettung zu Wort. Abgeschrieben haben sie nämlich beide, und zwar bei mir. Ich habe schon in den Sechzigern gesagt, wohin die sogenannte Emanzipation führt: ins Elend, in die Kinderlosigkeit, in die kulturelle Verödung. Nachzulesen zum Beispiel in meinem Prosa-Erstling "Klappe, Schätzchen". "Besinnt euch auf die Weiblichkeit, auf die weiblichen Qualitäten", steht bei der Horak wie bei mir; den Zusatz "und tragt mehr Hot Pants" hat sie allerdings weggelassen.
In den Siebzigern habe ich nachgelegt: mit dem Gastro-Ratgeber "Ich koche (vor Wut)" und der erotischen Novellensammlung "Die Nackten und die Zoten". Da habe ich deutlich erklärt, was auf uns zukommt. Im Magazin "Cicero" schrieb Herman: "Wenn Frauen sich zunehmend zu maskulinen Wesen entwickeln, werden wir keine Nachkommen mehr haben" - quasi die Eins-zu-Eins-Übersetzung von "Wofür braucht sie einen Führerschein, die Kinder fahren mit dem Bus zur Schule."
Als in den frühen Achtzigern der ganze Yuppie-Irrsinn Frauen noch weiter verwirrt hat, war ich richtig verzweifelt. Ich habe mich einer Wehrsportgruppe angeschlossen und das Kinderwaffenmagazin "Knarre" gegründet, allerdings erfolglos. Kein Wunder: Mein Weg ist die Literatur, und die Anerkennung, die ich damals für meinen Roman "Der Zauderzwerg" bekommen habe, spricht Bände. Herman muss dieses Plädoyer für einen neuen starken, sich zu voller Größe aufrichtenden Mann gekannt haben. Zum Vergleich: "Wenn wir gegen die Natur arbeiten, müssen wir uns nicht wundern, wenn sich die Natur gegen uns wendet" (Herman) - "Wenn ich auch noch zu Hause arbeiten muss, ist das gegen meine Natur, Häschen, und dann musst du dich nicht wundern, wenn ich sauer werde" (ich).
Horak schrieb in ihrem Buch "Antworten von Angelo": "Frauen, die sich auf die männliche Seite schlagen, haben es schwer, Kinder zu bekommen." Bei mir steht: "Ich würde dich nie schlagen, nur wenn du mir von dieser speziellen Seite kommst." Auch den Satz "Ihre (die der Frauen, Anm. der Red.) Fruchtbarkeit lässt nach" gibt's bei mir: "Furchtbar, wie du nachgelassen hast, Mausi."
In den Neunzigern wollte ich in die Politik gehen. Auf ein Psychologiestudium, wie es Frau Horak absolvierte, hatte ich aber keine Lust (obwohl ich diese hübsche Erzählung "Ich bin dir über, ich!" geschrieben habe). Ich bin deshalb auch nicht Berater von Richter Ronald Barnabas Schill, dem großen Aufräumer in Hamburg, geworden wie Frau Horak. Das fand ich schon cool, dass sie diesen Kämpfer für Recht und Ordnung zum richtigen Mannsbild tunen wollte. "Als ich Schill vor einem Jahr kennen lernte, merkte ich, dass er in natura viel netter ist, als er im Fernsehen rüberkommt", wurde sie in "Bild" zitiert. Ob sie's geschafft hat, dass er am Ende privat genau so krass war wie auf der Mattscheibe? Das Projekt fand ich jedenfalls amtlich.
Und heute streiten sich die beiden, Herman und Horak, über Ideen, die sie nur von mir haben können. Ich springe jetzt auf den Zug auf und schreibe wieder ein Buch, mit dem ich's vielleicht sogar in die Politik schaffe. Titel: Antworten für Angela.