Berlin René Pollesch wird neuer Intendant der Volksbühne
Das "Räuberrad" vor der Volksbühne: Die Berliner Institution hat unruhige Zeiten hinter sich
Foto: Paul Zinken / dpaSeit dem umstrittenen Rückzug von Chris Dercon war die Berliner Volksbühne auf der Suche nach einer neuen Leitung - nun steht nach übereinstimmenden Medienberichten fest: Der Dramatiker und Regisseur René Pollesch wird Intendant des Theaterhauses. Zuerst hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) darüber berichtet.
René Pollesch (Archivbild): Mann der Castorf-Ära
Foto: Soeren Stache / dpaBerlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wollte die Meldung zunächst nicht kommentieren. Die Senatskulturverwaltung kündigte aber für diesen Mittwoch um 12 Uhr eine Pressekonferenz in der Volksbühne an, um über die Zukunft des Theaters zu informieren.
Die Volksbühne hat turbulente Zeiten hinter sich. Ein Vierteljahrhundert hatte Frank Castorf das Haus geleitet. Seinem Nachfolger Chris Dercon schlug viel Skepsis aus der Berliner Kulturszene entgegen. Im Frühjahr 2018 gab Dercon den Posten nach nicht mal einer Spielzeit wieder auf. Bis zum Sommer 2021 leitet nun Klaus Dörr das Haus.
Pollesch, 1962 im hessischen Friedberg geboren, gilt als prägender Mann der Ära Castorf. Seit 2001 war er als Autor und Regisseur an der Volksbühne tätig, bis 2007 leitete er die "kleine Volksbühne" Prater. In den vergangenen Jahren inszenierte Pollesch regelmäßig an großen deutschsprachigen Bühnen, darunter das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, das Stuttgarter Staatstheater und das Zürcher Schauspielhaus. In Berlin hatte er zuletzt am Deutschen Theater gearbeitet, an dem für die kommende Spielzeit zwei Pollesch-Premieren geplant sind.