WAZ-Gruppe 260 Stellen gestrichen
Essen/Hamburg - Wie schon vor der Versammlung bekannt wurde, sollen rund 260 Stellen vor allem in den Lokalredaktionen der WAZ-Gruppe gestrichen werden. Das sind beinahe so viele, wie Geschäftsführer Bodo Hombach im Oktober angekündigt hatte. Damals hieß es, von den Sparmaßnahmen könnten rund 300 Stellen betroffen sein.
Als Grund für den Stellenabbau gibt die Mediengruppe Defizite an, welche die vier Titel "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ"), "Neue Ruhr/Neue Rhein- Zeitung" ("NRZ"), "Westfälische Rundschau" ("WR") und "Westfalenpost" ("WP") zusammen erwirtschaften.
Schuld daran seien die Auflagenrückgänge und ein Anzeigenverlust, der laut Geschäftsführer Hombach im Vergleich zum Vorjahr rund 30 Prozent beträgt. Der Verlag, der eine Unternehmensberatung eingeschaltet hat, will rund 30 Millionen Euro einsparen.
Zusätzlich zum Stellenabbau ist geplant, die Mantelredaktionen von drei der vier Titel in Nordrhein-Westfalen zusammenzulegen. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, kritisierte diese Umstrukturierung. Es drohe der Verlust journalistischer Vielfalt und Qualität, sagte er. Als gleichförmiges Einheitsblatt mit vier verschiedenen Titeln werde die WAZ-Gruppe ihre Rendite bestimmt nicht steigern.
Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass die "WR"-Chefredakteurin Kathrin Lenzer nach nur elf Monaten an der Spitze des Blattes gekündigt hat. Nachfolger wird pikanterweise Malte Hinz, Vorsitzender der Ver.di-Gewerkschaft Deutsche Journalisten Union. Hinz arbeitet schon seit vielen Jahren bei der "WR".