WDR-Intendanz: Weg frei für Piel - DER SPIEGEL
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WDR-Intendanz Weg frei für Piel

Erstmals soll eine Frau die größte ARD-Anstalt führen. Monika Piel wird am Montag aller Voraussicht nach an die Spitze des Westdeutschen Rundfunks gewählt und die Nachfolge von Intendant Fritz Pleitgen antreten. Zwei männliche Kandidaten verzichteten kurz vor der entscheidenden Wahl.
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Köln - Die Mitglieder des WDR-Rundfunkrats verständigten sich heute in informellen Gesprächen darauf, die 55-jährige Hörfunkdirektorin Piel an die Spitze des Senders zu wählen. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender (57) und der NDR-
Justiziar Werner Hahn (53) hatten kurz zuvor den Verzicht auf ihre Kandidaturen erklärt. Noch-Intendant Pleitgen (68) zeigte sich überzeugt, dass Piel den WDR "gut und vor allem unabhängig führen" werde. Hahn sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe): "Ich freue mich darüber, dass Monika Piel jetzt am Montag alle Chancen hat."

Die Einigung auf Piel kam überraschend schnell. Noch gestern
war in WDR-Kreisen von einem "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen Piel und Brender die Rede gewesen. Am Abend trafen sich dann jedoch sowohl die der SPD und den Gewerkschaften nahe stehenden Rundfunkräte als auch die so genannten "Grauen", die nicht parteigebunden sind, sondern gesellschaftliche Gruppen und Institutionen wie die Kirchen oder die Rektorenkonferenz vertreten. Dabei zeichnete sich ein so klares Votum für Piel ab, dass Brender die Konsequenzen zog und vom Kandidatenkarussell absprang. Heute hieß es dann, auch die CDU-Rundfunkräte wollten für Piel stimmen.

Piels Schwerpunkt lag bisher beim Radio. Sie arbeitete als
Moderatorin für Magazinsendungen und ist nunmehr seit fast zehn Jahren Hörfunkchefin. Bundesweit ist sie durch die Moderation des ARD-"Presseclubs" bekannt geworden.

kai/dpa

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