"Wer wird Millionär?": De Mol prophezeit baldiges Ende - DER SPIEGEL
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"Wer wird Millionär?" De Mol prophezeit baldiges Ende

Endemol geht neue Wege: Der TV-Produzent John de Mol glaubt nicht an eine erfolgreiche Zukunft der RTL-Rateshow "Wer wird Millionär", die vor fünf Jahren von ihm selbst nach Deutschland gebracht wurde. Event- und Casting-Shows gehöre die Zukunft.
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Köln - "Wenn das Quiz weiterhin drei Mal die Woche gesendet wird, geht's nicht mehr lange weiter. Diese Show ist schwer aufzupeppen", sagte de Mol, der das international erfolgreiche Quiz-Format "Wer wird Millionär" auf den deutschen Markt gebracht hatte, gegenüber der Zeitschrift "TV Movie".

RTL zeigte sich von den Unkenrufen allerdings wenig beeindruckt. "Die Quizshow wird so weiter laufen, wie die Zuschauer sie lieben, auch drei Mal pro Woche", sagte RTL-Pressesprecher Christoph Körfer. Die nächste Staffel von "Wer wird Millionär" beginnt am 13. September und wird bis zur erneuten Sommerpause freitags, samstags und montags um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Das Quiz sei auch im fünften Jahr sehr gut gelaufen und habe regelmäßig über zehn Millionen Zuschauer erreicht, sagte Körfer.

John de Mol produziert mit seinem international operierenden Unternehmen Endemol nicht nur das RTL-Quiz, sondern auch das Reality-Format "Big Brother", dessen fünfte Staffel in Deutschland bei RTL2 ausgestrahlt wird. Auch für die Container-Show gibt es de Mol zufolge keine Bestandsgarantie, auch wenn der Kölner Sender jetzt erwägt, "BB forever" zu produzieren: In der sechsten Installation der Show sollen die Insassen nicht mehr nur für ein Jahr interniert werden, sondern gleich ohne Zeitbegrenzung. "'BB' ist ein flexibles Format, das viele Möglichkeiten bietet", sagte de Mol. Aber im TV sei nichts für immer.

Endemol setze indes verstärkt auf Event-Shows. Die würden immer wichtiger und brächten "frischen Wind" ins Fernsehen. Am 27. September startet bei ProSieben "Hire or Fire - der beste Job der Welt", um den zehn Kandidaten kämpfen. In der deutschen Variante sucht de Mol für sich einen neuen Kreativ-Direktor mit bis zu 300.000 Euro Jahreseinkommen, Firmenwagen und Assistenten.

Das neue Format sei nicht als Survival-Training konzipiert, sagte der Fernsehmacher. "Die Bewerber sollen sich TV-Shows ausdenken und auch moderieren. Ich werde einmal in der Woche ihre Ergebnisse analysieren", erklärte der Produzent. Dass er anschließend selbst Chef des Gewinners ist, sieht er nicht als Problem. Er fordere zwar viel, gebe aber auch Hilfestellung, habe immer ein offenes Ohr und verzeihe Fehler.