(Werbe-)Bilder: Britney, Pepsi und der Super Bowl - DER SPIEGEL
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(Werbe-)Bilder Britney, Pepsi und der Super Bowl

Werbespots, die während des Football Super Bowl, des wichtigsten amerikanischen TV-Ereignisses des Jahres, ausgestrahlt werden, sind oft aufwendig produzierte Kleinode der Vermarktungskunst und längst fester Bestandteil der Popkultur. In einem der teuersten Spots, die je produziert wurden, wirbt nun Britney Spears für braune Brause.
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Teure Tradition: Jedes Jahr lassen sich die Werbetreibenden Amerikas neue glanzvolle TV-Werbefilmchen einfallen, die für viele Millionen Dollar nur für ein einziges Ereignis produziert werden: die landesweite Ausstrahlung des Football-Endspiels am "Super Bowl Sunday". Während der zahlreichen Werbeunterbrechungen des von schätzungsweise 80 Millionen Amerikanern am Bildschirm verfolgten Spektakels, werben Bierfirmen, Elektronikanbieter, Fast-Food-Ketten und - seit kurzem - auch die unterschiedlichsten Dot.com-Unternehmen mit lustigen, teilweise kunstvollen, aber stets aufwendig inszenierten Filmchen um alte und neue Kunden.

Spätestens seit 1984 gilt der " Super Bowl Commercial" als Kult und fester Bestandteil der Popkultur. Damals engagierte Macintosh-Chef Steve Jobs den britischen Erfolgsregisseur Ridley Scott ("Blade Runner") für einen Werbespot für Apple-Computer. In dem inzwischen legendären Film rebelliert eine Frau gegen die allgemeine Gleichschaltung und "Big Brother"-Mentalität - natürlich indem sie sich mit Macintosh-Produkten gegen die allgemeine Konformität abgrenzt.

Teurer Marketing-Gag: Britney als Marilyn-Double

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Foto: REUTERS
Back to the Fifties: Doris Day lässt grüßen...

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Foto: REUTERS
Summer of Love: Britney als Blumenkind

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Foto: REUTERS
Addicted to Love: Hommage an ein berühmtes Robert-Palmer-Video aus den Achtzigern

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Foto: REUTERS
Potenter Werbepartner: Britney mit Brause

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Keusches Beach-Girl: Britney in der Goldenen Ära

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Foto: REUTERS
Hippie-Mädchen: Ob Miss Spears zur Einstimmung auch die damals üblichen Drogen probierte?

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Foto: REUTERS
California Dreaming: Britney geht Surfen

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Foto: REUTERS
Marilyn Spears: Und welchem Präsidenten singt sie ein Geburtstags-Ständchen?

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Foto: REUTERS


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Knapp 20 Jahre später ist der Anspruch nicht mehr ganz so groß, der Kommerzfaktor und die investierten Geldbeträge dafür aber umso höher: Der Koffeinbrausefabrikant Pepsi investierte acht Millionen Dollar, um rechtzeitig zum Super Bowl gleich mit zwei Filmen aufwarten zu können, die alle mitwerbenden Millers, Buds und Cokes locker aus dem Feld schlagen dürfte. Zugkräftiger Star der wohl teuersten Werbespots aller Zeiten: Pepsi-Vertragspartnerin Britney Spears.

Der erste, knapp 90 Sekunden lange Spot wird in der Pause nach dem ersten Spielviertel gezeigt. Britney singt darin die verschiedenen Pepsi-Jingles der vergangenen 50 Jahre, immer in andere zeitgenössische Outfits gekleidet. Britney als Marilyn-Verschnitt, Britney als Blumenkind, Britney im Eighties-Schlampenkostüm et cetera, et cetera. Der Spot beginnt in nostalgischem Schwarz-Weiß und endet in den knalligen Farben der Neuzeit.

Für den zweiten, nur 30 Sekunden langen Film, der während der Halbzeitpause laufen wird, gibt es gleich mehrere Optionen. Britney-Fans sind auf der Pepsi-Website zu einem Gewinnspiel aufgerufen, mit dem das favorisierte Filmchen ermittelt werden soll.

Amerikanische Wirtschaftsexperten halten das teure Werbespektakel trotz des übertriebenen Aufwands für gerechtfertigt. "Der Super Bowl ist ein einzigartiges Seherlebnis. Die Konsumenten erwarten geradezu einen hohen Unterhaltungswert von den Werbespots", sagte der Werbe-Experte Michael Wolf der Zeitung "USA Today". Glamour und Showbiz sei das, was das amerikanische Publikum nach den Ereignissen vom 11. September und den schwierigen Monaten danach dringend brauche. "Sie wollen zurück zur Normalität, warum also nicht mit der gewohnt überzogenen Super-Bowl-Erfahrung anfangen?"

Britneys Werbeeinsatz am Bildschirm bleibt dann auch nur Beiwerk in einer Inszenierung der Superlative. Den Höhepunkt der Football-Saison schmücken in diesem Jahr Paul McCartney, Mary J. Blige und Mariah Carey mit Live-Auftritten. Sogar U2 haben versprochen, während des Halbzeitbreaks den einen oder anderen Song zum Besten zu geben. Ach ja, um den 36. Super Bowl spielen am Sonntag übrigens die St. Louis Rams gegen die New England Patriots...