Werbung Wenn "Bin Laden" böse Realität wird
Hamburg - Leser der aktuellen Ausgabe des mit Auflagenproblemen kämpfenden Wirtschaftsblattes "Bizz" (Gruner + Jahr) können dieser Tage endlich auch einmal mit Recht behaupten, dass sie mehr wissen als die Leser anderer Blätter. Zumindest haben sie mehr sehen können.
Auf der Doppelseite 92/93 der September-Nummer nämlich hat der "Stern" ein Anzeigenmotiv geschaltet, das seit Dienstag dieser Woche möglicherweise mehr Realität geworden ist, als das seinen Urhebern lieb sein dürfte: Die Zeichnung zeigt einen weißen unscheinbaren Van, der vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Embassy of the United States" geparkt ist. Sprechblasenartig sind drei Stimmen zu lesen: "Bin in der Botschaft", "Bin gleich zurück", "Bin Laden?"
"Motiv, das sich bitter bewahrheitet hat"
Die Idee zu dieser Eigenwerbung-Printkampagne des "Stern" hatte dessen Hamburger Kreativagentur Leagas Delaney Anfang des Jahres entwickelt. Erstmals sei die Anzeige vor drei Monaten in "Bizz" geschaltet worden, erklärt Stefan Zschaler, Geschäftsführer Kreation bei Leagas Delaney, gegenüber SPIEGEL ONLINE und spricht von einem "Motiv, das sich bitter bewahrheitet hat - wenn Bin Laden es war".
Das Anzeigenmotiv sei bereits zurückgenommen worden, erklärte eine Sprecherin des "Stern" auf Anfrage gegenüber SPIEGEL ONLINE. Eine Buchung in einer der nächsten Ausgaben des SPIEGEL wurde nach den Ereignissen vom Dienstag am Mittwoch umgehend storniert.