ZDF Bresser moderiert trotz Mitarbeiter-Protest
Köln - Trotz erheblichen Widerstands der ZDF-Mitarbeiter wird der ehemalige ZDF-Chefredakteur seine letzte "Was nun...?"-Ausgabe am kommenden Mittwoch (21. August, 23 Uhr) selbst moderieren. Der 66-Jährige war von ZDF-Angestellten aufgefordert worden, sich von der Moderation zurückzuziehen, weil er Kritik an den öffentlich-rechtlichen Talk-Shows von Reinhold Beckmann, Alfred Biolek (beide ARD) und Johannes B. Kerner (ZDF) geübt hatte. "Ich sehe keinen Grund, die Moderation abzugeben", sagte Bresser, der als Moderator beim privaten Nachrichtensender n-tv einsteigt, am Montag auf der Telemesse in Köln.
Seine Attacke gegen die politischen "Kuschler" und "Menschenversteher" bei den öffentlich-rechtlichen Sendern schwächte er jedoch ab: Die Kollegen machten ihren Job ausgezeichnet, sagte Bresser. Seine Kritik habe sich vor allem dagegen gerichtet, das Politiker zunehmend in "Schmuse-Sendungen" gingen, sich aber nicht der Konfrontation beispielsweise in politischen Magazinen stellten. "Wird Politik in einigen Sendungen nicht vermenschelt, verniedlicht, weichgespült? Werden unter Quotendruck nicht politische Themen und Personen ins Seichte verschoben?", fragte der TV-Journalist. Er als Chefredakteur habe diese Entwicklung nicht verhindern können, da diese "Schmuse-Sendungen" nicht von Chefredakteuren ins Programm gedrückt würden.