ZDF: Gründungsintendant Holzamer gestorben - DER SPIEGEL
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ZDF Gründungsintendant Holzamer gestorben

Der Gründungsintendant des ZDF, Karl Holzamer, ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Ministerpräsident Kurt Beck würdigte ihn als einen der "bedeutendsten Medienmacher der deutschen Nachkriegsgeschichte".
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Mainz - Wie der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende Kurt Beck, berichtete, starb Holzamer im Alter von 100 Jahren in Mainz. Beck bezeichnete den Verstorbenen als einen der bedeutendsten Medienmacher der deutschen Nachkriegsgeschichte. "Wir sind Karl Holzamer zu großem Dank verpflichtet, weil er das Fundament des ZDF gegossen hat", sagte der SPD-Chef.

Er habe unter schwierigsten Bedingungen 1962 damit begonnen, die technischen und strukturellen Voraussetzungen für einen neuen Sender zu schaffen. In den 15 Jahren seiner Amtszeit habe er Profil und Programm des Senders nachhaltig geprägt. Einige seiner Formate wie "Das Aktuelle Sportstudio", die "heute"-Sendung und das "Auslandsjournal" bestünden bis heute. Auch die "Mainzelmännchen" als ZDF-Symbol gingen auf Holzamer zurück.

ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Holzamer als "Architekten des ZDF", der das Haus in einer wahren Pionierleistung innerhalb von 15 Jahren zur größten Fernsehanstalt Europas aufgebaut habe. Als "Philosoph im Intendantenamt" habe Holzamer durch sein menschliches Ethos dem Programm Richtung und Maßstab gegeben, sagte Schächter.

Holzamer begann nach Angaben des ZDF 1931 als Hörfunkredakteur beim Westdeutschen Rundfunk. Im Zweiten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter bei der Luftwaffe. 1946 wurde er als Außerordentlicher Professor an die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz berufen. Ab 1952 war er dort Ordinarius für Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Zugleich war er von 1949 bis 1960 Vorsitzender des Rundfunkrates des Südwestfunks. 1962 wurde Holzamer zum ersten Intendanten des ZDF gewählt, das 1963 seinen Sendebetrieb aufnahm. Er bekleidete das Amt bis 1977.

Am Freitag soll im Mainzer Dom die Totenmesse stattfinden.

hoc/AP/dpa/ddp