ZDF-Intendanz: "Struve ist weg vom Fenster" - DER SPIEGEL
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ZDF-Intendanz "Struve ist weg vom Fenster"

Böse Überraschung für die SPD: Der von ihr favorisierte Kandidat für den ZDF-Intendantenposten, ARD-Programmchef Günter Struve, hat sich kurz vor der Abstimmung doch nicht zur Wahl gestellt.
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Struve war am Donnerstagabend nicht zur Vorstellung erschienen. Damit steht der SPD-nahe "rote Freundeskreis" im ZDF-Fernsehrat plötzlich ohne eigenen Kandidaten da. "Struve ist weg vom Fenster", verlautete aus dem Vorstand der CSU. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will die Partei nach der Ernennung Edmund Stoibers zum Kanzlerkandidaten auf keinen Fall den einstigen Redenschreiber von Willy Brandt auf dem Intendantenstuhl sehen.

Die beiden übrig gebliebenen Bewerber - der ZDF-Programmchef Markus Schächter sowie der Direktor für die Europäischen Satellitenprogramme Gottfried Langenstein - stammen aus dem unionsnahen Lager. In einer Mammut-Sitzung in der Nacht zum Freitag hatte der ZDF-Fernsehrat vergeblich versucht, zu einer Einigung zu kommen. Nach ersten Gesprächen zwischen den beiden Freundeskreisen am Freitagmorgen hat sich nun der Fernsehrat zur Abstimmung zurückgezogen.

Im Dezember waren bereits zwei Wahlgänge gescheitert, weil keiner der Kandidaten die notwendige Mehrheit erreichen konnte. Der "schwarze Freundeskreis" verfügt zwar über eine einfache Mehrheit von 42 der 77 Stimmen im Fernsehrat, bei der Intendantenwahl ist jedoch eine Drei-Fünftel-Mehrheit von mindestens 47 Stimmen notwendig.

Um ein erneutes Scheitern zu verhindern, hatte es in den vergangenen Wochen verstärkt Einigungsgespräche zwischen dem "roten" und "schwarzen" Lager gegeben. Als Vermittler fungierten dabei unter anderem die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Kurt Beck (SPD) und Bernhard Vogel (CDU). Beck ist zugleich Verwaltungsratsvorsitzender im ZDF, Vogel sein Stellvertreter.