Glückliche Hand - DER SPIEGEL
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Bücher Glückliche Hand

Millard Meiss: »Das große Zeitalter der Freskenmalerei«. Praeger; 244 Seiten mit 127 Abbildungen; 98 Mark.
• aus DER SPIEGEL 51/1971
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Weil die auf feuchten Wandputz ("al fresco") aufgetragene Farbe unverfälschter überdauert als Öl auf Leinwand. können gesäuberte Freskogemälde als »gültige Dokumente« gelten -. wie lange noch'? Bei der Auswahl für seine hervorragend gedruckte Farb-Anthologie italienischer Fresken vom 14. bis zum 16. Jahrhundert (mit Seitenblicken bis in die Römerzeit und ins Barock) fand sich der US-Spezialist Meiss »entmutigend« eingeschränkt: »Die Wandgemälde verfallen in einem beängstigenden Maße.«

Meiss hat zwar manche Neuigkeit zu bieten, so unter abgenommenen Fresken sichtbar gewordene Vorzeichnungen oder auch jüngst gereinigte Werke von Pontormo und Tizian, die er mit vollem Recht »atemberaubend« nennt; dennoch herrscht Abschiedsstimmung vor. An Michelangelos Decke der Sixtinischen Kapelle schien nur noch der Zustand einer Darstellung hinlänglich gut. Giottos Zyklus in Padua wird »durch die schädlichen Dämpfe der aufstrebenden Industrie vernichtet«.

Um so strahlender erscheint im Rückblick jene goldene Kunst-Epoche, in der auch Auftraggeber eine »glückliche Hand« besaßen -- mit wenigen Ausnahmen: Bei der »Ausmalung meiner Palastkapelle« hätte jedenfalls der Autor denn doch ganz »anders als Piero de' Medici« verfügt.

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