Glücksfall Gluck - DER SPIEGEL
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OPER Glücksfall Gluck

• aus DER SPIEGEL 17/2007
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Ein Männerkörper baumelt, Kopf nach unten, an einem Fleischerhaken über der Bühne: Mit diesem schonungslosen Bild beginnt die Neuinszenierung von Christoph Willibald Glucks »Iphigenie auf Tauris« an der Komischen Oper Berlin, die am Wochenende Premiere hatte. Der australische Regisseur Barrie Kosky, bekannt geworden durch burleske Inszenierungen wie Mozarts »Hochzeit des Figaro« am selben Haus, nimmt die strenge Gewalt des griechischen Mythos ernst, der dem deutschen Publikum eher in der milden Fassung Goethes vertraut ist: Für Glucks Iphigenie, so Kosky, »gibt es keine Rettung. Sie ist traumatisiert«. Geraldine McGreevy als Opferpriesterin Iphigenie verrichtet ihr Handwerk des Tötens in abgründiger Verzweiflung; die deutsche Neufassung des Librettos sorgt für psychologische Klarheit und eine seltene Nähe zum Geschehen. Die eindringlichen Bilder Koskys betonen die Aktualität dieser Barockoper, in der Entführung, Erpressung und Gewalt die Handlung bestimmen - und in der zugleich ein Kammerspiel des Erbarmens zwischen Iphigenie und den Gefangenen Pylades und Orest stattfinden darf, geführt vom betörenden Gluck.

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