Glücksgefühle-Festival: Alphaville wegen Sorge vor politischer Äußerung ausgeladen - DER SPIEGEL
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Hockenheimring Auftritt von Alphaville wegen Sorge vor politischen Äußerungen abgesagt

Eigentlich sollte die Band Alphaville auf dem Glücksgefühle-Festival spielen, nun wurde sie spontan ausgeladen. Der Grund: Die Band spricht sich regelmäßig gegen rechts aus – und wollte nicht versprechen, diesmal darauf zu verzichten.
Alphaville-Frontsänger Marian Gold
Alphaville-Frontsänger Marian Gold

Alphaville-Frontsänger Marian Gold

Foto: Jens Kalaene / dpa

Wegen Sorge vor politischen Äußerungen darf die Band Alphaville (»Forever Young«) um Sänger Marian Gold nicht beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auftreten. Der 72-Jährige verwies in einem Beitrag auf Facebook auf die Absage, wonach die Veranstalter keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf der Bühne dulden.

Die Veranstalter teilten der Nachrichtenagentur dpa mit: »Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen.« Das »Glücksgefühle«-Festival sei komplett unpolitisch – »und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung«.

So hatte sich auch Markus Krampe, der das Event seit 2023 mit Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski organisiert, zuvor in der »Bild« geäußert. 

»Diese Begründung gleicht aus unserer Sicht einem Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen«, schreibt Gold in dem Beitrag. »Das eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd.«

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Worum es den Veranstaltern bei den Äußerungen konkret geht, blieb unklar. Alphaville-Sänger Marian Gold hatte sich zuletzt bei Konzerten in der Ansage des Songs »Carry Your Flag« deutlich gegen rechtsradikale Tendenzen und für Freiheit, Toleranz und Demokratie eingesetzt. Das habe zu Diskussionen mit den Veranstaltern von Glücksgefühle geführt, sagte Bandmanager Christian Mielke der dpa.

Festivalgäste sollen Sorgen vergessen können

Die Veranstalter erklärten: »Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel. Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.« Eigentlich hätte die Band am Freitag bei dem Festival auftreten sollen.

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In der Erklärung des Festivals heißt es: »Wir möchten den Menschen ein Wochenende ermöglichen, an dem sie den Alltag hinter sich lassen, abschalten und einfach eine gute Zeit haben können.« Und weiter: »Genau deshalb haben wir darum gebeten, politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen. Darauf konnten wir uns mit Alphaville letztlich nicht einigen, weshalb es nicht zu einem Auftritt gekommen ist.«

Warum Alphaville-Frontmann Marian Gold Bob Dylan verehrt und was er für die beste Kur gegen den Blues hält, lesen Sie hier im Interview. 

tmo/dpa

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