Gestorben Grace Bumbry, 86
Sie war ein Weltstar der Opernbühne, und ihr Aufstieg begann in Bayreuth. Dort sang die in St. Louis geborene US-Amerikanerin Grace Bumbry 1961 als erste schwarze Sängerin die Venus im »Tannhäuser« und kümmerte sich nicht um die rassistischen Anwürfe, denen sie ausgesetzt war. Das sei für sie nichts Neues gewesen, sagte sie später. Mit 17 Jahren gewann sie bei einem Radiowettbewerb ein Studium am St. Louis Institute of Music. Und wurde wegen ihrer Hautfarbe abgewiesen, damals herrschte in Missouri noch strikte Rassentrennung. In Bayreuth habe sie sich also einen Schutzmantel übergezogen, sagte sie, und ihren Job gemacht. Es wurde ein sensationeller, ein umjubelter Auftritt. Grace Bumbry nahm das Publikum mit ihrer leidenschaftlichen Bühnenpräsenz genauso ein wie mit der warmen Stimmfarbe ihres Mezzosoprans. Sie sang auf allen großen europäischen Bühnen, zu ihren Paraderollen zählten die Titelrolle in »Carmen« und die Lady Macbeth. Später wechselte Bumbry ins Sopranfach und begeisterte als Salome in Richard Strauss’ gleichnamiger Oper. Sie war eine charismatische Erscheinung, zu der ihr mondäner Lebensstil gut passte. Grace Bumbry starb am 7. Mai in ihrer Wahlheimat Wien.