HOLLYWOOD Gregors Luftnummer
SPIEGEL: Herr Kiefer, Ihr Film ist der einzige deutsche Beitrag, der in diesem Jahr für den Oscar nominiert wurde. Rennen Ihnen die Produzenten schon die Bude ein?
Kiefer: Da überschätzen Sie die Wirkung einer solchen Nominierung für einen Kurzfilm ein bisschen. Aber ich hätte nie daran gedacht, dass der Film je eine Chance in Hollywood bekäme. Wenn man aber wie ich weiter seinen eigenen Weg gehen will, erkaltet das Interesse auch wieder sehr schnell, da bin ich realistisch.
SPIEGEL: In Deutschland hatte es Ihr Film schwer genug. Die TV-Sender wollten ihn nicht.
Kiefer: Als wir den Film planten, gab es noch fünf Sendeplätze für Kurzfilme; als er fertig war, gab es nur noch Plätze auf 3sat und Arte, und die beiden wollten ihn auch nicht haben, weil sie, so scheint mir, ein besonderes Interesse an ausländischen Kurzfilmen haben. Inzwischen lief unser Film sehr erfolgreich auf in- und ausländischen Festivals.
SPIEGEL: Sie erzählen die Geschichte eines Jungen und seiner Oma. Der junge Mann baut für sie einen Gehapparat mit einem Heliumballon, das Gerät hat Mucken, der Enkel fliegt damit weg, und die Großmutter holt ihn mit einem Gewehr buchstäblich auf die Erde zurück. Eine Generationen-Parabel?
Kiefer: Es ist nur eine einfache, vielleicht auch poetische Geschichte mit einem hoffentlich großen Assoziationsraum.
SPIEGEL: Wann läuft das Werk im Kino?
Kiefer: Wir versuchen immer noch, einen Verleiher zu finden. Und einen Hauptfilm, der nicht zu lang ist, damit zugleich »Gregors größte Erfindung« als Vorfilm und die notwendige Werbung laufen können.