Hannibal ante portas - DER SPIEGEL
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SPEKTAKEL Hannibal ante portas

• aus DER SPIEGEL 16/2002
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Darf es etwas mehr sein? Der österreichische Regisseur Hubert Lepka, 44, macht nicht weniger als eine ganze Berglandschaft zur Bühne eines Spektakels, das »Hannibal« heißt und den berühmten historischen Feldzug des Karthagers über die Alpen rekonstruiert. Der Gletscher von Sölden, möglicher Originalschauplatz der Alpenüberquerung des Heerführers (218 vor Christus), dient als Kulisse eines Stücks, das primär von Bildern lebt und das nach einer Idee von Lepka auf der Grundlage verschiedener historiografischer und legendärer Vorlagen von Joey Wimplinger geschrieben wurde. In der Abenddämmerung des 18. und 20. April sollen auf 2800 Höhenmetern - immerhin - lebensechte Elefanten, das gewaltige Heer der Karthager und etliche Pistenbullies, Drachenflieger, Fallschirmspringer, Hubschrauber sowie ein Flugzeug Furcht und Schrecken verbreiten, unterstützt durch raffinierte Lichtprojektionen. Die neuzeitlichen Maschinen verfremden den klassischen Hannibal-Stoff zur aktuellen Kriegsmetapher. Mehr als 500 Schauspieler und Techniker sind in der 67 Minuten dauernden Vorstellung im Fronteinsatz. Bleibt zu hoffen, dass die technische Materialschlacht die Magie der imposanten Naturkulisse nicht doch am Ende zerstört.

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