»Hass«. - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 94 / 122

»Hass«.

• aus DER SPIEGEL 43/1995
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie eine Bombe ist dieser Film in das gängige französische Süßwaren-Kino dieses Sommers hineingekracht: Der junge Regisseur Mathieu Kassovitz, 28, den man in Frankreich gern mit dem jungen Scorsese oder dem jungen Spike Lee vergleicht, geht aufs Ganze, er taucht mit seinem Hauptdarstellertrio jugendlicher Arbeitsloser (ein Araber, ein Schwarzer, ein Jude) ein in die Gewalt-Welt der betonierten Satellitenstädte, wo sich Frust, Stumpfsinn und Rassismus immer wieder in Straßenschlachten entladen. Wer könnte der Feind sein, wenn nicht die Polizei? Der Kassovitz-Film in scharfem Schwarzweiß - keine Frauen, kein Sex, keine Musik - ist gerissen, rasant, literarisch ehrgeizig und immer mit Überdruck: ein Kunst-Gewaltstreich, der sich lohnt.

Zur Ausgabe
Artikel 94 / 122