Gestorben Henner Misersky, 82
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Eigentlich sollte er über seine Gefühle als stolzer Vater und Trainer reden. Doch als Henner Misersky 1992 in einem Fernsehstudio Platz nahm, nachdem seine Tochter Antje Biathlon-Olympiasiegerin über 15 Kilometer geworden war, nutzte er den Auftritt für eine bemerkenswerte Kritik. Nach der Wiedervereinigung seien zahlreiche Trainer, Betreuer und Funktionäre des DDR-Sports mit Doping- und Stasivergangenheit übernommen worden, erinnerte Misersky. Er selbst hatte lange in diesem System gewirkt: Misersky, 1940 in Jena geboren, war 3000-Meter-Hindernisläufer, studierte Sportwissenschaften, arbeitete als Trainer im Skilanglauf – bis er 1985 suspendiert wurde. Er weigerte sich, Nachwuchssportlerinnen gemäß dem DDR-Staatsplan Dopingmittel zu verabreichen. Nach der Wende zählte Misersky zu den lautesten Stimmen im Anti-Doping-Kampf, 2012 wurde er in die »Hall of Fame des deutschen Sports« aufgenommen. Spät brach er mit dem von ihm mitgegründeten Verein Doping-Opfer-Hilfe im Streit um die Frage, wer als Opfer des DDR-Dopingsystems angesehen werden sollte. »Aufklärung tut not«, schrieb Misersky einmal an den SPIEGEL. Er hat seinen Teil dazu beigetragen. Henner Misersky starb in der Nacht auf den 12. August in Ilmenau.