Hilmar Hoffmann - DER SPIEGEL
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Hilmar Hoffmann

• aus DER SPIEGEL 15/1977
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hat mit dem Programm einer »Kultur für alle« und dem größten Kulturetat einer deutschen Großstadt (1975: sechs Prozent vom Gesamtbudget) Frankfurt zu einem Leit- oder auch Schreckbild kommunaler Kulturpolitik gemacht. Nach sechsjähriger Amtszeit als Kulturdezernent bestätigte ihn die damalige SPD-Stadtverordnetenmehrheit 1976 für weitere sechs Jahre als hauptamtlichen Stadtrat. SPD-Mitglied Hoffmann, heute 51, hatte sich zuvor als Gründer und Leiter der Kurzfilmtage sowie Kultur- und Sozialdezernent in Oberhausen profiliert. In Frankfurt setzte er unter anderem eine Strukturreform der Städtischen Bühnen durch, berief den Brecht-Schüler Peter Palitzsch als Schauspieldirektor, konsolidierte den mit avantgardistischen und politischen Ausstellungen aktiven Kunstverein, verhalf den Museen zu beträchtlichen Ankaufmitteln und richtete das erste kommunale Kino in der Bundesrepublik ein. Daß die Bilanz dieser Arbeit »kräftig positiv« ("Süddeutsche Zeitung") sei, ist aber von der bisherigen Opposition immer wieder bestritten worden. Anstoß erregten dabei auch Leistungen und Fehlleistungen, die Hoffmann nur zum Teil zu vertreten hatte: prokommunistische Zitate in einem Kunstvereins-Katalog zu Käthe Kollwitz, ein ähnlicher Tenor auf Schrifttafeln im Historischen Museum, das 1972 mit einer von Hoffmann angeregten, doch von bereits länger als er amtierenden Wissenschaftlern ausformulierten Präsentation eröffnet wurde. Experimentelle Inszenierungen am Schauspielhaus ("Medea"« »Was ihr wollt") wurden ebenso der städtischen Kulturpolitik als angebliche Entgleisungen angekreidet wie die in einem Fiasko endende Berufung Fassbinders an das »Theater am Turm« (1976). Nach dem CDU-Wahlsieg vom 20. März jubilierte die »Welt« auch im Hinblick auf Hoffmann über eine »Stunde Null«. Für seine »Abschiebung« werde der künftige Oberbürgermeister Wallmann den »Dank der Bürger« ernten.

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