Hits ohne Helden - DER SPIEGEL
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FILMGESCHÄFT Hits ohne Helden

• aus DER SPIEGEL 36/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hollywood macht Kassensturz: Am Ende des Sommers wird ausgerechnet, ob die hoch bezahlten Stars ihr Geld wert waren. Fazit der Ferienwochen 2000: Es geht (häufig) auch ohne 20-Millionen-Dollar-Helden. Unter den zehn erfolgreichsten Sommerfilmen waren etliche No-Name-Werke, etwa das Toga-Drama »Gladiator« (Einspielsumme: 183 Millionen Dollar), dessen Hauptdarsteller Russell Crowe zuvor als aufstrebender Zweitligist galt, außerdem die Comic-Verfilmung »X-Men« (151 Millionen), die Metzelsatire »Scary Movie« (148 Millionen) und die Verkleidungsposse »Big Mama's Haus« (116 Millionen) mit dem schwarzen Heiterkeitserreger Martin Lawrence. Auch bei dem Hochseespektakel »Der Sturm« (176 Millionen) ist zweifelhaft, ob tatsächlich Leinwandskipper George Clooney, in den USA als Star weit weniger gefeiert als in Europa, die Zuschauer geangelt hat. Geradezu als Debakel muss Mel Gibsons martialischer Einsatz im Schlachtfest »Der Patriot« (111 Millionen) gelten.

Die deutschen Zuschauer erwiesen sich ebenfalls als unzuverlässig: Auch sie hievten den antiken »Gladiator« auf den zweiten Platz der Sommererfolge (43 Millionen Mark), im Einspiel weit vor dem »Sturm« (23 Millionen) und dem »Patrioten« (20 Millionen), und sie verhalfen mäßig besetzten Werken wie dem Starlet-Schocker »Scream 3« (20 Millionen) und »Big Mama's Haus« (13 Millionen) zu beachtlichen Resultaten.

Nur ein Star bewies diesen Sommer, dass er seine Giga-Gagen wert ist: Mit dem Agententhriller »Mission: Impossible 2« toppte Tom Cruise die Top-Ten-Listen sowohl in den USA (213 Millionen Dollar) wie in Deutschland (52 Millionen Mark).

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