AUSSTELLUNGEN Horror aus der Provinz
Von wegen harmlose Idylle. Die berühmtesten Landschaftsbilder der Kunstgeschichte, darunter einige des Romantikers Caspar David Friedrich, wirken eher gespenstisch. Der heutige Meister des leisen Wald-und-Wiesen-Horrors heißt Peter Doig und wird gerade vom Maastrichter Bonnefanten Museum in einer Ausstellung gefeiert (bis 7. September, Katalog im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern). Der Brite Doig, 43, der seit langem in London lebt, aber im eher dünn besiedelten Kanada aufwuchs, ist so etwas wie der Hitchcock der Malerei. Jedes seiner Gemälde könnte der Schauplatz eines Alptraums sein. Er malt den Blick aus einem schwarzdunklen Wald heraus oder lässt ein verwunschenes Haus in Kälte erstarren. Ein einsamer Kanufahrer, der lethargisch (oder leblos?) über dem Bootsrand hängt, treibt über einen unnatürlich stillen See; und selbst ein menschenleerer Sportplatz weckt dunkle Ahnungen, etwa die, hier könnte es gleich zu einem Schusswechsel zwischen Dorfgangstern kommen. So beeindruckend Doigs Landschafts- und Provinzimpressionen auch sind: Wen wundert's, dass der Maler lieber fern der Natur in einer Großstadt lebt?