KOMÖDIANTEN »Ich halte mich da raus«
SPIEGEL: Herr Polt, anknüpfend an Kinohits wie »Man spricht deutsh« sollten Sie in diesem Jahr eigentlich in dem Historienwerk »Germanikus« glänzen, in dem Sie einen tollkühnen Gladiator im antiken Rom spielen. Warum wird »Germanikus« zurückgehalten? Manche behaupten, der Film sei missraten, manche sagen, der Ton sei mies.
Polt: Ja, Probleme mit dem Ton waren auch mal dabei. Es gibt einfach Meinungsverschiedenheiten zwischen den Produzenten und dem Constantin-Verleih. Aus denen halte ich mich aber heraus.
SPIEGEL: Machen es die Produzenten vielleicht absichtlich spannend?
Polt: Das wär ja schön, aber das können die sich gar nicht leisten. Ich freu mich jedenfalls jedes Mal, wenn ich höre, dass der Film starten soll. Aber im Augenblick sagt die Constantin nicht, wann das sein wird.
SPIEGEL: Haben Sie das Werk selbst schon einmal gesehen?
Polt: Ich habe eine Fassung gesehen, aber es soll, glaube ich, gerade eine neue geschnitten werden.
SPIEGEL: Nun erscheint pünktlich zu Weihnachten Ihre DVD »Obatzt is - Crème Bavaroise«, die Aufzeichnung einer gemeinsam mit den Musikern der Biermösl Blosn dargebotenen Bayern-Satire. Wie erklären Sie sich, dass heutzutage auch die bösesten Reime über die bayerische Justiz und Politik im ehrwürdigen Staatstheater ohne jede Beanstandung wochenlang bejubelt werden?
Polt: Die Welt wird halt immer toleranter.
SPIEGEL: Stimmt es, dass Sie zu der DVD erst nach langem Zureden Ihre Einwilligung gaben?
Polt: Ja, weil Konserven niemals das Theatererlebnis ersetzen können. Ich gebe aber zu, dass sie ein schönes Geschenk für diejenigen ist, die das Programm nicht im Theater sehen konnten. Wir in unserer Familie schenken uns allerdings an Weihnachten immer etwas ordentlich Essbares. Dabei halten wir an der klassischen Gans fest.