Im rechten Licht - DER SPIEGEL
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FESTIVALS Im rechten Licht

• aus DER SPIEGEL 22/2000
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Während der Pfingsttage verwandelt sich Leipzig wieder in eine Geisterstadt der besonderen Art: Mehr als 15 000 schwarz gewandete junge Leute werden erwartet zum diesjährigen »Wave-Gotik-Treffen«, dem größten Gruftie-Festival Deutschlands. Dort feiern sie ihr depressives Weltbild und lauschen Musikgruppen wie Advocatus diaboli und Das Ich. Alles harmlose Spinner? Nicht ganz: Seit einigen Jahren versuchen Rechtsradikale, die an sich unpolitische Gruftie-Szene zu unterwandern; teilweise mit Erfolg. So soll in diesem Jahr auch der einschlägig bekannte Josef Klumb in Leipzig auftreten. Klumb ("Ich glaube an den Lichtgehalt dieser geschändeten Nation") musste seine Zusammenarbeit mit der zum Sony-Konzern gehörenden Plattenfirma Epic beenden, nachdem der SPIEGEL (44/1998) über seine Mitarbeit beim Verlag VAWS in Mülheim an der Ruhr berichtet hatte. Der VAWS (Verlag und Agentur Werner Symanek) wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Auch Klumbs Band Weissglut distanzierte sich von ihrem Sänger. Doch der macht weiter: Eine Klumb-Combo mit dem martialischen Namen Von Thronstahl, auf VAWS-Samplern vertreten, soll jetzt im Leipziger Clara-Zetkin-Park spielen; das düstere Spektakel läuft unter dem Motto »Lichttaufe« - und wurde von der Stadt Leipzig genehmigt. Auch das örtliche Kulturamt steht dem Gruftie-Treffen grundsätzlich »positiv gegenüber«. Ähnlich erfreut zeigte sich im vergangenen Jahr das NPD-Blatt »Deutsche Stimme": »Die biederen, spießigen und engen Regeln des Zeitgeistes sind hier für vier Tage außer Kraft gesetzt.«

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