Gestorben Inge Mahn, 79
Jens Gyarmaty / laif
Sie schenkte den kleinen Dingen ihre Aufmerksamkeit und wurde damit zu einer bedeutenden Bildhauerin, aber nie wirklich berühmt: Inge Mahn, geboren 1943 in Oberschlesien, studierte bei Joseph Beuys in Düsseldorf. Sie interessierte sich für Möbel und Alltagsgegenstände, die sie aus Holz und Gips nachbaute. Diese Skulpturen wirkten oft rätselhaft. Die Hundehütte, die Treppen ins Nichts. Oder der Beichtstuhl auf Rädern, von dem es hieß, er sei für das »verlogene Pack« an der Kunstakademie. Auf der Documenta 5 wies sie mit Schulbänken und Lehrerpult auf die Disziplin und Ordnung hin, der sich Menschen unterwerfen. Mahn, die mal als pragmatisch, mal als anarchisch beschrieben wurde, war Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, später lebte sie in der Uckermark. Angepasst hat sie sich nie, so sagte sie einst von sich: »Das weiß man schon früh, ob man in das System passt oder nicht.« Inge Mahn starb am 19. Juni in Berlin.