NEU IN DEUTSCHLAND »Interview mit Amerika«.
Fünfzig
deutschsprachige Schriftsteller schildern die Eindrücke, die Amerika auf sie gemacht hat. Das Ganze liest sich wie einGästebuch, auf dessen Seiten die Besucher bündig oder weitschweifig ihr Amerika-Erlebnis formulierten - vorsichtig-distanziert die einen, bekennerisch die anderen, allesamt neugierig und unterschiedslos überrascht. Von Andersch bis Zuckmayer, von der Erzählung bis zur Reportage sind die prominenten Ausflügler und die literarischen Gattungen beinahe vollzählig versammelt. Vornehmlich diesem Umstand verdankt das Buch seinen dokumentarischen Stellenwert. Für deutsche Leser der Jahrhundertmitte gewinnt das Werk - mindestens partienweise - freilich noch eine andere Bedeutung: Nicht wenige der Autoren und Künstler, die mit Beiträgen vertreten sind, kamen vor Jahr und Tag als Immigranten in die Vereinigten Staaten (zum Beispiel Max Beckmann, George Grosz, Thomas Mann und Franz Werfel); über ihren Texten, so friedlich und idyllisch sie immer erscheinen mögen, liegt der Schatten deutscherGeschichte. Der voluminöse Band enthält nur drei Originalbeiträge, alle übrigen Texte sind nachgedruckt. Das »Interview mit Amerika« ist Ergebnis eines Frage-und-Antwort -Spiels, an dem sich, außer dem Herausgeber Alfred Gong, vorzugsweise Bibliotheken beteiligten. (Nymphenburger Verlagshandlung, München; 424 Seiten; 19,80 Mark.)