Gestorben Iris Apfel, 102
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Brillen, übergroß und meistens schwarz, waren ihr Markenzeichen. Sie kombinierte sie mit einer Mischung aus Designerkleidung, Flohmarktfunden und Modeschmuck – und wurde mit über 80 Jahren weltberühmt. Ihre Stilsicherheit versilberte die studierte Kunsthistorikerin schon ab 1950 in der mit ihrem Mann Carl gegründeten Firma für Textilien. Ihre Spezialität waren Reproduktion und Restaurierung alter Stoffe. Als Innenausstatterin hinterließ Iris Apfel ihre Handschrift in Heimen von Hollywoodgrößen wie Greta Garbo. Das kinderlose Paar kümmerte sich um Vorhänge, Teppiche und Möbel von insgesamt neun US-Präsidenten. Apfels Modesammlung war so umfangreich, dass sie das Metropolitan Museum of Art 2005 zu einer Schau inspirierte: »Rara Avis: Selections from the Iris Apfel Collection«. Danach begann die zweite Karriere der 1921 im New Yorker Stadtteil Queens als Iris Barrel geborenen Tochter jüdischer Eltern. Die Fashionwelt liebte das »greise Modesternchen« (»Washington Post«), ihr Terminkalender war voll. Apfel schrieb ihre Memoiren, modelte und wurde als Barbiepuppe verewigt. Mode feierte sie bis zuletzt als kreative Ausdrucksweise und Protestform gegen Konformität: »Wenn man sich nicht wie alle anderen kleidet, muss man nicht wie alle anderen denken.« Iris Apfel starb am 1. März in Palm Beach, Florida.