Isabel Crook, 107 – Gestorben - DER SPIEGEL
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Gestorben Isabel Crook, 107

• aus DER SPIEGEL 35/2023
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Shen Shi / picture alliance/dpa/HPIC

Sie war wahrscheinlich eine der hartnäckigsten westlichen Maoistinnen. Crook wuchs als Kind kanadischer Missionare in China auf und kehrte 1939 nach dem Studium der Anthropologie in Kanada zurück, um Feldstudien in Sichuan zu betreiben – die dazugehörige Monografie veröffentlichte sie erst 2013. 1941 lernte sie ihren zukünftigen Mann David kennen, einen Kommunisten, der nach Shanghai versetzt worden war. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs hielten sie sich in England auf, gingen aber danach wieder nach China und waren dabei, als die Volksbefreiungsarmee 1949 in Peking einzog. Crook erlebte alle Irrungen und Wirrungen des Mao-­Regimes mit. Während der Kulturrevolution stand sie drei Jahre unter Hausarrest. Ein einziges Mal distanzierte sie sich: Als 1989 die Studentenproteste auf dem Tiananmen-Platz blutig niedergeschlagen wurden. 2019 verlieh ihr der chinesische Präsident Xi die Freundschaftsmedaille. Isabel Crook starb am 20. August in Peking.

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